Sport für´s Gehirn

08.03.2016
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Aber welcher?

Da gibt es den Neudeutschen Begriff "Brain-Jogging". War mir immer suspekt. Natürlich kann man Gedichte auswendig lernen und so sein Gehirn trainieren. Nur gibt's da ein Geheimnis: Wenn Nährstoffe, wenn Vitamine, wenn Aminosäuren fehlen, merkt sich das Gehirn gar nichts… Ich sehe gerade das Leuchten auf Ihrem Gesicht. Das "Achsooo…!" Verstanden? Weshalb Sie sich seit Jahren umsonst abschinden?

Ich hab´s gern leicht. Vergnüglich. Die Entdeckung, dass körperliches Training mein Gehirn verändert, hat mein Leben 1989 verändert. Erinnern Sie sich an den Nestor der deutschen Sportmedizin? Professor Hollmann? "Beweg Deine Beine, dann geht im Gehirn das Licht wieder an!".

Das "wieder" hat mir besonders gefallen.

Aber: Ist jede Art von körperlichem Training gleich gut?

Antwort: Nein, ist es nicht. Hier gibt es himmelweite Unterschiede. Für mich völlig neu. Finnische Forscher haben hier eine präzise, verblüffende Antwort gegeben. Publiziert im Journal of Physiology, Feb. 2016. Die hatten Ratten. Haben denen Markierungssubstanz gespritzt, welche das Wachstum neuer Gehirnzellen "sehen" ließ. Und finden doch tatsächlich nach sieben Wochen am Hippocampus, also unserem Gedächtniszentrum:

  • nach Krafttraining keinerlei Veränderung
  • nach HIIT nur geringe Veränderung
  • nach normalem Joggen dramatische Veränderung


Dramatisch heißt: viele neue Gehirnzellen im Gedächtniszentrum. Was das heißt, kann sich jeder selbst denken. Führen die auf diesen mysteriösen BDNF zurück (News vom 15.07.2009). Je mehr Meilen die Ratte rann, desto mehr BDNF, desto stärker die Veränderung im Hippocampus. Übersetzt: Ein umso besseres Gedächtnis, umso klüger der Mensch.

Dass HIIT fast nicht wirkt, wird auf den Stress dieses höchst anstrengenden Trainings zurückgeführt.

Dass Krafttraining nix bewirkt im Gehirn… Wird manchen von Ihnen bestätigen. Dennoch schließen die Forscher: Weiter machen. Hat ja auch andere Vorteile.