Stevia

27.07.2017
 

Für viele von Ihnen die Lösung. Ein Wundermittel. Künstliche Süße aus der Natur. Aber eben kein Zucker. Ach, wenn Sie wüssten…!

Stevia hat mich schon vor 16 Jahren fasziniert. Das isses! Hatte ich gedacht. Eiweißpulver mit Stevia. Magnesium mit Stevia. Denn auf das „süß“ wollten Sie (ja, Sie, liebe Leserinnen und Leser) wie auch ich natürlich nicht verzichten.

Unvergesslich. Damals durfte ich Manager von Haribo (außer Thomas Gottschalk; der hat´s mit no carb geschafft), Manager also zum Laufen bringen. Hat geklappt. Die waren begeistert. Haben mir zugehört. Und da kam ich mit Stevia. Gummibärchen ohne Kariesgefahr für die Kinder. Hat jedem sofort eingeleuchtet.

Was glauben Sie, was dieser Milliardenkonzern damals alles angestellt und investiert hat, um Zucker durch Stevia zu ersetzen. Will sagen: Da sitzen hochanständige, bemühte, schwer arbeitende Menschen. Die auch Kinder haben. Nur: Hat nicht geklappt. Aus vielen, vielen Gründen nicht geklappt.

Weshalb?

Na gucken Sie doch zum Beispiel mal auf einen noch größeren Konzern. Coca-Cola. Bringt soeben Cola „Life” heraus. Mit Stevia. Nix aufgefallen? Nur ein Drittel des Zuckers ersetzt. Aus gutem, gutem Grund. Liegt allein schon am Eigengeschmack von Stevia. Unangenehm.

Liegt dann an den niedrigen ADI-Wert, der die gesundheitlich unbedenkliche maximale Tageshöchstdosis von Lebensmittelzusatzstoffen festlegt.

Fazit auch für mich: Stevia ist Fortschritt. Ein Schritt in die richtige Richtung. Aber eben nur ein Schritt, noch lange nicht die Lösung. Wahrscheinlich haben viele von ihnen längst den richtigen Ausweg gefunden: Den eigenen Geschmack verändern. Wenn man lang genug auf „süß“ verzichtet, mag man es auch nicht mehr.

Dann ist süß – eine Handvoll Beeren selten im Jahr – nur noch die wunderherrliche Ausnahme. Wie bei unseren Vorfahren.

 
 

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