Stolz

10.05.2019 | Strunz
 

Tagtäglich erreichen mich Ihre Erfolgsberichte. Zu Recht stolz berichten Sie mir über alltägliche, aber auch ungewöhnliche Leistungen. Von denen Sie früher nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Das Geheimnis dahinter?

Einfach. Wir Ärzte übersehen in der Regel, dass der Patient genauso intelligent ist wie wir selbst. Bescheid weiß und lesen kann. Oft auch den Wunsch hat, sich zu ändern. Sonst käme er nämlich gar nicht zu uns. Will sagen: Alle Voraussetzungen zur Besserung sind häufig genug vorhanden.

Bis auf eine. Die Blutanalyse. Wenn hier ein oder mehrere entscheidende Werte nicht stimmen… ist alles Wollen umsonst. Der Körper macht nicht mit. Oder: Man will nicht dauerhaft. Man schlafft ab. Man resigniert. Beides ist möglich.

Also Blutanalyse. Stellen Sie sich immer so kompliziert vor. Anfahrt durch die halbe Republik in meine Praxis und so weiter und so weiter. Dabei habe ich Ihnen doch alle Werkzeuge längst in die eigenen Hände gelegt. Stichwort Eigenverantwortung. Noch nie das Büchlein „Blut“ gelesen? Da steht doch alles drin.

Will sagen: Sie brauchen mich doch gar nicht. Lesen Sie diese News aufmerksam und werden Sie zur Fachfrau/Fachmann.

Wunderhübsch in der mail des Tages beschrieben. Von einer jungen Dame, die genau die zwei entscheidenden Punkte durchschaut hat.


  • Die körperliche Fähigkeit. Übersetzt mit dem mir wichtigsten Blutwert, dem Eisenspeicher Ferritin.
  • Und das Wollen. Der innere Antrieb. Übersetzt mit dem aktiven (freien!) Testosteron.

Dieses Wissen hat die Dame sich in dem „Blut“-Büchlein angelesen. Und ausgenutzt. Sogar Ihre Hausärztin schockiert mit ihrem Wissen. Und dann das Wissen praktisch angewandt.

Bitte beachten Sie den heimlichen Triumph in dieser Geschichte. Ist mir alles so nachvollziehbar, so verständlich. Na dann, auf geht´s.


„…ich bin fasziniert, absolut begeistert von Ihrem „Bluttuning“-Buch. Es ist genial. Ich fühle mich schon wie mein eigener Arzt.


Neulich sage ich meiner Ärztin, ich wolle bitte mal mein freies Testosteron bestimmen lassen. Sie schaut irritiert über ihren Brillenrand, fragt natürlich, warum ich als Frau diesen Wert haben möchte... usw.
Er liegt bei 0,30 ng/ml. Obergrenze laut dem Labor sind 0,48 ng/ml, Untergrenze 0,08 ng/ml. Also ganz okay denke ich.


Eisen/ Ferritin gut, Siegeswillen dank Testosteron vorhanden - ich melde mich zum intensiven Intervall-Cycling-Kurs in meinem Sportstudio an. Dauer: 1:30h.


Um mich herum fast nur Männer. Gemischtes Alter, alle top durchtrainiert. Der Trainer im Hauptberuf Polizist, zieht den Kurs militärisch durch wie bei der Truppe. Die Jungs neben mir steigen gleich richtig ein: hohes Tempo, starker Widerstand. Ich ziehe mit, will ja nicht demotivierend wirken.


Nach einer Stunde steigt der erste ab und geht raus. Der nächste hört irgendwann auf, mit aus dem Sattel zu kommen. Der vor mir fährt sichtbar mit wenig Widerstand. Denen fehlt sicher Eisen, denke ich.
Ich kann die 1:30h locker mithalten. Kontinuierlich.“


Da stimmt also das Wollen und das Können. Für den Normalmenschen undurchsichtige, mysteriöse Begriffe. Für Sie als News-Leser in Zahlen übersetzbar:


  • Freies Testosteron
  • Ferritin

Bestimmt Ihnen jeder Laborarzt innerhalb eines Tages. Wo liegt eigentlich Ihr Problem?

 
 

News Schlagwörter