Süßstoff und Blutzucker

30.04.2014
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Gibt es da einen Zusammenhang? Instinktiv wird man sagen: nein. Das ist ja wohl der Sinn von Süßstoff: Zuckerersatz. Harmlos. Kein Einfluss auf das schädliche Insulin.

Dennoch werden Sie, wenn Sie ein bisschen stöbern, das Gegenteil lesen. In der Literatur. Da wird tatsächlich behauptet, dass Aspartam Insulin genauso anhebt wie Haushaltszucker. Oh! Das wäre wirklich peinlich. Dann bräuchte man das ganze Süßstoff-Zeugs ja gar nicht mehr. Das wäre ja genauso schädlich. Behauptet wird das in dieser schon gestern zitierten INSERM-Studie. Die wiederum zitiert eine Arbeit aus Appetite 2010;55:37. Also gut. Das übliche Spiel. Holen wir uns diese Arbeit, lesen wir genau nach.

Immer das Gleiche: der Trick in dieser Arbeit ist ein besonders gemeiner: da lässt man Menschen essen. Und zwar so viel sie wollen. Nicht etwa eine Standardmahlzeit. Und gibt ihnen zu dem Essen entweder Zucker oder Stevia oder Aspartam. Wohl verstanden: zu einer beliebigen Menge Essen. Das Essen allein lässt selbstverständlich Blutzucker und Insulin ansteigen. Und was auch immer Sie vorher zusätzlich gegeben haben, nämlich Zucker (geringe Menge), oder Stevia oder Aspartam: es ändert diesen Anstieg praktisch nicht.

Sehen Sie: daraus wird dann abgeleitet, dass Aspartam Insulin genau so stimuliert wie Zucker. Tatsächlich gehen etwaige Effekte von zusätzlichem Zucker oder Süßstoff völlig in der Masse des Essens unter.

Korrekt, wissenschaftlich korrekt wäre natürlich das ganze Experiment ohne eine riesige Mahlzeit. Die Reinstoffe an sich. Sehen Sie: genau diese Studie ist längst gemacht. Bereits 1993 an der medizinischen Hochschule Hannover.

Da hat man gegeben:

Zucker
Aspartam
Acesulfam
Cyclamat
Saccharin

gelöst in Flüssigkeit. Ohne zusätzliches Essen. Hat gemessen Blutzucker und Insulinspiegel. Ergebnis? Genau das, was jeder normal denkende Mensch erwartet:

Zucker stimuliert Blutzucker und Insulin.
Die Süßstoffe tun das nicht. Tun das nicht.

Wir leben im Informationszeitalter. Wir leben unter 7 Milliarden Menschen. Der Konkurrenzdruck ist ein ungeheurer. Auch in der wissenschaftlichen Welt. Entweder du veröffentlichst eine Arbeit, oder du wirst gekündigt. Ganz einfach.

Folgerichtig sind 90% oder mehr auch der sogenannten wissenschaftlichen Arbeiten Schrott. Diese Tatsache wird ja langsam zum Allgemeingut, wie Sie diesen News entnehmen. Mein Rat: folgen Sie Ihrem gesunden Menschenverstand.

 
 
 

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