Tabata 1996

04.03.2013
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Ist ein Stichwort geworden für Kenner. Man zitiert's und grinst sich verschwörerisch an. Tabata 96 bedeutet, dass viele Wege nach Rom führen. Dass man, um die Ausdauer für's Leben, für den Marathon zu bekommen, sehr viel Zeit investieren kann, aber eben auch nur wenig Zeit investieren muss.

Heißt konkret: Statt einer Stunde täglich genügen vier Minuten. Oh. Jetzt wird's lustig: Jetzt kommt die Tabata-Studie (Med Sci Sports Exerc1996,Okt;28(10):1327).

Trainiert wurde zwei Mal. Jeweils sechs Wochen. Die eine Gruppe 60 Minuten an 5 Tagen in der Woche mit 70% VO2 Max. Also relativ gemütlich. Resultat? Das so wertvolle VO2 Max stieg an um 5 Einheiten. Von 53 auf 58 ml/kg/Körpergewicht. Merkt man. Bessere aerobe Ausdauer.

Die zweite Gruppe trainierte auch sechs Wochen. Auch 5 Tage pro Woche. Aber eben nur 8 mal 20 Sekunden voll Stoff. Bei 170% VO2 Max. Dazwischen jeweils 10 Sekunden Erholungspause. Resultat? Das alles entscheidende VO2 Max, also die Ausdauer stieg an sogar um 7 Einheiten (verglichen mit 5) und zusätzlich stieg die anaerobe Kapazität um 28%.

Das war bei der ersten Gruppe nicht passiert. Da stieg sie nicht an, zusätzlich, die Fähigkeit, sich 28% länger blitzblau zu laufen. Kurz und schnell schlägt also lang und langsam.

Wieder was gelernt. Man kann eine Fremdsprache am Gymnasium in 9 Jahren träge-bummelnd vor sich hin erlernen oder aber auch knallhart konzentriert und effektiv. Längst bekannt. Gibt es in jedem Bereich des Lebens.

Freilich: Was wir Läufer bitte, bitte nicht vergessen wollen: Wenn ich die Wahl habe zwischen 4 Minuten voll Stoff auf dem Heimtrainier oder 60 Minuten durch meinen Wald, begrüßt von meinen Rehen, begleitet von meinen Kaninchen...dann weiß ich, woran meine Herze hängt. Laufen ist mehr ist als nur eine gute Marathonzeit.

 

 

 

 

 

 
 
 

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