Tief im Loch

07.04.2019
 

Manche von Ihnen wissen, wovon wir sprechen: Man steckt tief im Loch. Hoffnungslos. Um Sie herum türmen sich unüberwindliche Mauern. Sie suchen, aber finden keine Hilfe. Und das soll so bleiben? Das ganze Leben?

Lassen Sie mich das Ganze veranschaulichen:


Töchterlein seit 10 Jahren kaputt, müde. Extrem aggressiv. Panikattacken. Untergewichtig. Tinnitus. Schluckbeschwerden. Kann nicht schlafen. Ständig Bauchschmerzen. Bei geringster Belastung Luftnot. Fällt auch "einfach mal hin", Kiefer gebrochen. Zweimal stationär Psychiatrie. Hätte Chorea Huntington. Wenn Sie nachschlagen: Nerven verkümmern. Kann man nichts machen. So, so.


Das war vorher.
Jetzt kommt nachher.


Die Mama vier Monate später: "Großes Lob". Die Behandlung (nach Blutanalyse) hätte "voll eingeschlagen". Aggressionen, Panik völlig verschwunden. Die Tochter sei endlich wieder ein Mensch. Und das nach 10 Jahren! Der kleine Wermutstropfen (völlige Gesundheit hätte mich gewundert): Töchterlein sei traurig, weine häufig. Ob ich da auch noch helfen könne?


Zunächst: Wieder so ein Wunder. Schließlich haben neben zwei Fachkliniken sich auch viele Ärzte um Töchterlein gekümmert. Erfolg praktisch null. Keine Hilfe möglich. Am besten schiebt man es dann auf eine genetische Ursache, nicht heilbaren Zustand (Chorea Huntington), dann braucht man ja nichts mehr zu machen…

Dass hier - Sie ahnen es - ein katastrophales Aminogramm vorlag, muss ich wohl nicht extra erwähnen. Wir haben nun einmal ein Instrument (Aminogramm), dessen sich kaum jemand in Deutschland bedienen (kann).

Sie sei noch traurig? Auch Sie würden sofort nach dem Tryptophan (Serotonin) fragen. War 47 (normal 36-125, Durchschnitt 81), also zu tief. Und jetzt? Mama hat nachmessen lassen: Jetzt 67. Also immer noch zu tief.

Woher wir wissen, dass noch zu tief? Weil "nur Durchschnitt" 81 bedeutet, mein persönlicher Wert derzeit aber bei 220 liegt. Sicher nicht vom Himmel gefallen, sondern Absicht. Schließlich muss ich Ihr Leid täglich hier am Schreibtisch "aushalten".

Also habe ich Töchterlein die "neuen Kapseln" Tryptophan empfohlen. Die scheinen besser zu wirken als bisher von mir verwendete Tabletten. Wir werden sehen.

Mama wird wieder anrufen.

 
 

News Schlagwörter