Tom Wolfe

06.04.2011
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ist einer der meist gelesenen amerikanischen Schriftsteller. Berühmt für seinen absolut respektlosen Stil. Ein Dandy. Ganz in weiß gekleidet. Mit Hut und Stöckchen.

Außerordentlich belesen. Umfassend gebildet. Macht sich Gedanken über AIDS. Aber eben so völlig anders. Neugierig geworden?

"Als ich aufwuchs, wenn man sich da 'ne Geschlechtskrankheit einfing, war das ein Schandmal! Wenn man Syphilis oder 'n Tripper bekam, war das 'ne Schande!

Ich kann mich an 'ne Menge Typen mit Geschlechtskrankheiten erinnern, aber ich kann mich nicht erinnern, dass jemand Parties für sie geschmissen hätte! Heute - wenn man heute AIDS kriegt, ist man so 'ne Art Heiliger! - und sie geben einem Bankette! Alle gehen tanzen!

Früher wurden Leprakranken niemals Lepra-Bankette gegeben! Man hängte ihnen Glocken um den Hals, damit die Leute sie kommen hörten und ihnen aus dem Weg gehen konnten!"

Typisch Tom Wolfe. Der kann das und der darf das. Und natürlich haben wir auch in Deutschland AIDS-Galas. Festliche Tanzveranstaltungen.

Zur Erinnerung: Jährlich sterben in Deutschland 600 Menschen an AIDS. Auf schreckliche, beklagenswerte Weise. Jährlich sterben in Deutschland aber auch 178.000 Menschen allein am Herzinfarkt. Also täglich etwa 480. Täglich!

Waren Sie schon einmal auf einer Herzinfarkt-Gala? Auch nicht? Gibt's keine? Offenbar sind 178.000 Infarkt-Tote unwichtig. 600 AIDS-Tote dagegen wichtig.

 

 
 
 

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