Traumabewältigung

11.01.2013
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Kann man ein traumatisches Erlebnis aufarbeiten? Kann man negativ prägende Kindheitserlebnisse durch wiederholte Konfrontation, also durch Hervorholen, Besprechen...aufarbeiten? Überwinden? Die gängige Psychotherapie meint ja.

Ich meine: Nein. Und glaube die Natur auf meiner Seite zu haben. Wie man darauf kommt?

Nehmen Sie ein besonders schreckliches, das ganze Leben prägende Ereignis. Sagen wir, ein Mann fällt vor den Zug und ihm wird ein Bein abgefahren. Was passiert? Dann konzentriert sich das Gehirn nur auf die eine Frage: Wie können wir überleben? Dafür müssen alle Kräfte mobilisiert werden. Und dafür ist es gut, wenn die Informationen rund um den Unfall gelöscht werden. Und das werden sie. Nennt man retrograde Amnesie. Denn

"dem Mensch nützt es nichts, wenn er die Bilder gespeichert hat: Wie der Zug herannaht, wie er stürzt... Es hilft ihm nicht, wenn er die Geräusche gespeichert hat, die Geräusche der Eisenräder, die seine Knochen durchschneiden, das Schreien der Menschen... die Gerüche, den Geruch von Blut, von viel Blut, von frischem spritzenden Blut. All das wiederholt nur immer wieder das schreckliche Ereignis. Es lähmt, es schwächt den Organismus. Deshalb ist es vernünftig, wenn das Gehirn diese Dateien löscht. Weg damit. Ein für alle mal."

Und das tut es. Woher ich das weiß? Weil ich solch einen grauslichen Unfall ja hinter mit habe. Und nichts mehr davon weiß. Ich habe also gelernt, wie die Natur, wie mein Körper richtig reagiert.

Und da wollen wir Menschlein wieder mal alles besser wissen? Wollen meine schlimmen Erinnerungen herausgraben? Möglicherweise noch unter Hypnose? Wollen mich alles immer wieder erleben lassen? Bis ich es... überwunden hätte? Psychoneuroimmunologie ist das Wissen, dass unser Immunsystem von Psycho, unserer Seele, über Neuro, unsere Nerven beeinflusst und beherrscht wird. Das immer wieder Durchleben schrecklicher Situationen stört, zerstört mein Immunsystem. Macht mich wirklich krank.

Falls Sie betroffen sind: Statt sich immer wieder eine dreiviertel Stunde mit dem Schrecken zu beschäftigen, könnten Sie in der gleichen Zeit auch positive Bilder ankern. In Ihr Unterbewusstsein absenken. Ihr Immunsystem würde es Ihnen danken.

PS: die Katastrophe 9/11 in New York hat Tausende tief in der Seele getroffen. Wurde sehr viel besser verarbeitet von all denen, die sich diese Katastrophe eben nicht - mit Hilfe von Psychologen und Psychotherapeuten - wieder ins Gedächtnis geholt hatten. Die Studie gibt's.

Man könnte das Ganze auch anders subsummieren. Der Zeitpfeil geht nach vorne. Nicht nach hinten. Naturgesetz.

Quelle der drastischen Schilderung: Landorff: "Die Stunde des Reglers"

 

 

 

 
 
 

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