Trost

16.07.2015
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Herzkranzgefäßverkalkung. Ein schlimmes Wort. Schlimme Gefühle. Die man auch nachts nicht mehr los wird. Dabei hatten Sie doch nur vorsichtshalber ein UCT des Herzens gewünscht. Eine Ultraschnelle Computer-Tomographie. 

Haben sich eingehandelt einen Kalk-Score. Da wird summarisch in sämtlichen Herzkranzgefäßen die Menge an abgelagertem Kalk gezählt. Beim Säugling natürlich Null. Und bei Ihnen? Mit Sicherheit erhöht. Nur fehlt eben wieder einmal eine entscheidende Information: Wie kann man solch einen Befund einordnen? Ist der…lächerlich?...Oder bedeutet der den frühen Tod?

Mit solchen Fragen werden Sie in der Schulmedizin häufig allein gelassen. Wie soeben ein jugendlich wirkender, sehr sportlicher Mann mit erheblichen Kalkablagerungen.

Zwei Antworten aus meinem Mund:

  • Diffus verteilt oder an einer Stelle? Schon verstanden? Drei dicke Klumpen ergeben die gleiche Zahl wie minimale Spuren, gleichmäßig über die Gefäßwände verteilt. Haben aber eine völlig andere Bedeutung, wie Sie verstehen. Sie müssen sich Ihr Bild also selbst angucken.
  • Das „Internationale Arteriosklerose-Projekt von 1968“. Damals wurden 22000 Verstorbene aus 14 Ländern autopsiert. Und man stellte – zur großen Überraschung – fest, dass es völlig gleichgültig war, ob die Menschen große Mengen fetter, tierischer Produkte aßen oder ob sie sich weitgehend vegetarisch ernährten:
  • Überall auf der ganzen Welt fanden sich ähnliche Mengen (ausdrücklich Mengen) von Kalkablagerungen; also in Ländern mit vielen Herzinfarkten genauso wie in denen mit gar keinen Herzproblemen.

Bedeutet? Kalkablagerungen findet sich offenbar bei jedem von uns. Normal. Vegetarisch schützt gar nicht (ist das nicht eine ungeheuerliche Neuigkeit auch für Sie? Schon 1968 bewiesen? Sagen Sie mal: Weshalb weiß das Ihr Internist nicht?). Offenbar haben diese Ablagerungen einen völlig anderen Grund, also nicht fettreiche Kost (Erklärung News vom 29.04.15).

Und offenbar wird die Unterscheidung oben, Punkt 1, oft nicht beachtet. Wenn der gesamte Kalk an einer einzigen Stelle sitzt, sind Sie tot. Verständlich. Ist die gleiche Menge (!!!) Kalk diffus verteilt, merken Sie gar nichts.

PS: Ach ja, übrigens: Diese 22.000 Verstorbenen dürften wohl eher keine Marathonläufer gewesen sein. Sie verstehen mein Lächeln: Hätte man entspannte Läufer untersucht…

 

Quelle: Lab Invest 1968 May;18(5):498-502