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Tryptophan und Multiple Sklerose

22.04.2020 | Strunz
 

Neu (Zitat): „Eine Diät, die frei von der essentiellen Aminosäure Tryptophan ist, verändert bei Mäusen die Zusammensetzung der Darmbakterien und schützt vor Symptomen einer experimentell erzeugten Multiplen Sklerose.“ Für viele von Ihnen eine Sensation, für mich eine Banalität. Tatsächlich aber: Ein Skandal. Typisch Panikmache. Hatten wir das nicht soeben weltweit?

 

Lassen wir einmal – kritischer Ansatzpunkt strenger Naturwissenschaftler – so Worte wie „Darmbakterien“, „Symptomen“, „experimentell erzeugt“ beiseite. Vergessen wir das Wort „Mäuse“.

Übersetzen wir das Ganze, wie das soeben typischerweise geschieht mit: „Tryptophan macht Multiple Sklerose.“ Einverstanden.

 

Ein uralter Hut. Darf ich Ihnen an ein paar Beispielen erläutern:

 

  • Da gab´s mal eine große Turnhalle in Russland. Hunderte von Menschen, als Geiseln genommen von Terroristen. Frage: Wie überwältige ich die Terroristen? Antwort: Ganz einfach: Tödliches Gas in die Turnhalle.

    Terroristen tot. Erfolg auf der ganzen Linie. Nun ja… auch Geiseln tot. Das lassen wir einfach mal weg.

 

  • Eiweißfreie Diät oder Diät ohne eine einzelne essentielle Aminosäure… tötet Krebszellen. Stimmt. Wenn Sie einen essentiellen Stoff weglassen, auf Null bringen, ist jede Krebszelle tot.

    Natürlich auch jede andere Körperzelle. Sie sind tot. Aber das lassen wir mal einfach beiseite.

 

  • Organtransplantation. Ein fremdes Organ im eigenen Körper. Wird automatisch abgestoßen. Immunologisch bekämpft. Was tut der eifrige Chirurg?

    Unterdrückt das Immunsystem. Ganz massiv. Um die körpereigene Abwehr möglichst gegen Null zu bringen. Damit das Fremdorgan nicht abgestoßen wird.

    Erfolg oft genug: Patient tot. Jeder Minimal-Infekt genügt. Er hat ja praktisch kein Immunsystem mehr. Aber das… lassen wir in der Zeitungsmeldung mal beiseite.

 

Komme ich zum Thema. Multiple Sklerose ist eine Autoimmun-Reaktion des Körpers. Des ganzen Körpers? Können wir mal vernünftig miteinander überlegen?

 

Kann nicht sein. Wenn der ganze Körper sich selbst abstößt, ist man tot. Also kann nur ein kleiner Teil des Immunsystems sich so schändlich benehmen.

Beispielsweise die Schilddrüse. Hashimoto. Beispielsweise Rheuma. Gelenke. Beispielsweise Multiple Sklerose. Teile des ZNS (zentralen Nervensystems).

 

Sitzt vor mir Patientin mit Multipler Sklerose. Seit Jahren. Beschwerden? Kribbeln in der linken Hand. Können Sie das übersetzen? Heißt nämlich: Nur ein winziger Teil des zentralen Nervensystems ist befallen. Autoimmun. Der Teil, der zur linken Hand gehört.

Heißt anders herum: Das Gesamt-Immunsystem ist praktisch nicht befallen. Vielleicht nur 2% oder 3%.

Was tut jetzt die gescheite Medizin? Gibt solch armen Patienten sogenannte Immunsuppressiva. Also Tabletten, die das Immunsystem abschwächen, unterdrücken. Vorsicht: Das gesamte Immunsystem. Man kann hier nicht gezielt arbeiten.

 

Erfolg? Oft genug deutlich sichtbar: Die Autoimmunreaktion wird gewollt künstlich abgeschwächt, dem Patienten geht es besser. Völlig einverstanden.

Dass gleichzeitig das gesamte Immunsystem des Körpers auch geschwächt wird, dass der Patient anfällig wird, bei der nächsten Lungenentzündung dann sterben kann… nun ja.

 

ALSO kommen wir zurück zur Tryptophan-freien Ernährung und Multiple Sklerose. Schon verstanden? Bewusst wird im Anfangszitat betont „ESSENTIELL“. Die Forscher sind ja nicht ganz unmündig. Ohne Tryptophan kein Leben. Ohne Tryptophan kein Immunsystem. Was die hier tun: Die schwächen das Immunsystem, in allerbester Absicht. Verstehen Sie, verstehe ich.

Und können vielleicht „experimentell erzeugte“ (was ist das?) Multiple Sklerose in ihren Symptomen abschwächen. Schwächt leider auch gleichzeitig das gesamte Immunsystem. Darüber wird hier natürlich nicht gesprochen.

ERNSTHAFT: Der Gedanke ist ja erwägenswert. Eine Gratwanderung. Das Immunsystem nur ein bisschen abschwächen so, dass der autoimmun-Prozess milder verläuft, dass das Gesamtimmunsystem aber nicht zu stark geschwächt wird. Einverstanden.

Aber bitte doch nicht „Tryptophan macht Multiple Sklerose“.

Zu Ihrer Entschuldigung: Aufgabe von solchen Forschern, von Ärzten, von Fachleuten wäre es doch immer, Ihnen eher Hoffnung als Verzweiflung einzuflößen, oder? Und das gelingt in der Regel mit ein bisschen Mühe und Objektivität. Ich betone Mühe.

Auch diese News fallen nicht einfach so vom Himmel. Es ist Sonntag früh 10 Uhr. Sie trinken Kaffee und ich… quäl mich durch dicke biochemische Arbeiten.

Andererseits: Die hier in den letzten Jahren zitierten Briefe erklären Ihnen, weshalb ich auf den Sonntags-Kaffee verzichte. Mit einem Lächeln…

PS: Freilich: Dummheit kann tödlich sein. Die Forscher wissen offenbar nix von Vitamin D (Coimbra Protokoll), von perfektem Aminogramm (Dr. Strunz), von strikt no carb (Dr. T. Wahls) etc. Autoimmun-Reaktionen sind heute kein Schrecken mehr.

 
 

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