Über den Stoffwechsel der Carcinomzelle

26.05.2018
 

Lautet der Titel eines berühmten, vielleicht des folgenreichsten Vortrages von Otto Warburg, dem Nobelpreisträger, am 18. Februar 1925 vor der Berliner Medizinischen Gesellschaft.

Abgedruckt in seinem berühmten Buch „Über den Stoffwechsel der Tumoren.“ Auf sieben Seiten bespricht Warburg seine Entdeckung, ein Prinzip, von dem ich ahne, dass es uns die entscheidende Waffe gegen den Krebs, diese Geissel der Menschheit, in die Hand geben wird.

Das Prinzip? Die Krebszelle unterscheidet sich von der normalen Zelle. Und wird damit angreifbar. Das war´s auch schon. Wie Warburg darauf kam? Hören wir seinen einfachen, unkomplizierten Worten einfach zu:

    „Wie ich vor Jahren in Neapel fand, springt im Augenblick der Befruchtung (des Seeigel-Eies) die Sauerstoffatmung der Eizelle auf das 6-fache. Hier liegt ein Übergang von der Ruhe zur Entwicklung vor, der mit einer außerordentlich großen Beschleunigung einer energieliefernden Reaktion verbunden ist, und man konnte wohl erwarten, eine ähnliche Beschleunigung der Sauerstoffatmung beim Übergang vom ruhenden Epithel zu Carcinomgewebe zu finden.“

Muss man erst mal drauf kommen. Der findet etwas Außerordentliches: Einen Energiesprung bei der Befruchtung, sucht nach Analogien und kommt auf die ungehemmt wuchernde Krebszelle. Aber weiter:

    „Macht man jedoch den Versuch… so findet man die Sauerstoffatmung nicht größer als die ruhenden Epithels, sondern, verglichen mit Leber und Niere, beträchtlich kleiner.“

Der hatte also eine neue Idee, überprüft sie durch Messung und findet,dass seine Idee nicht stimmt.Dass die Natur ganz anders reagiert. Macht ihn stutzig. Macht ihn neugierig.

    „Dies ist der Versuch, von dem wir ausgingen, und der uns veranlasste, den Stoffwechsel der Carcinomzelle näher zu untersuchen, wobei sich ergab, dass die Carcinomzelle neben der Sauerstoffatmung eine zweite energieliefernde Reaktion besitzt.
    Die Carcinomzelle oxidiert nicht nur Zucker, sondern spaltet auch Zucker zu Milchsäure…. Dies bezeichnet man als Glykolyse.“

Die Carcinomzelle kann sich ihre Energie also aus zwei Reaktionen holen. Auch aus der Spaltung von Zucker zu Milchsäure, zu Laktat.

Jedem Sportler ein vertrautes Phänomen: Sie rasen hechelnd, keuchend, schwitzend eine Anhöhe los, bekommen praktisch keine Luft mehr, der Muskel gerät in die Sauerstoffschuld und wird sauer. Produziert Laktat. Tut weh. Kennen Sie.

Die Carcinomzelle freilich nutzt diese Art der Energiegewinnung, obwohl sie genügend Sauerstoff bekommt. Laktat entsteht also nicht „notgedrungen“ wegen Sauerstoffmangels wie in Ihrer überforderten Sportler-Muskulatur, sondern diese andere Energiegewinnung ist hier ein eigenständiger Prozess.

Das war der Beginn. Kann man die Krebszelle packen an diesem „eigenständigen Prozess?“ Laut Doktor Coy (2005) kann man. Und jetzt beginnt das übliche Hauen und Stechen von Wissenschaftlern untereinander, die sich die Butter nicht auf dem Brot gönnen, die nicht souverän genug sind, Neues zu akzeptieren.

Dabei hat doch schon eine Frau Dr. Dr. Dr. Budwig, Chemikerin, längst verstanden und gehandelt. Erinnern Sie sich? Leinöl und Quark. Fett und Eiweiß. Antikrebs-Diät.

Quelle: „ Über den Stoffwechsel der Tumoren“. Von Otto Warburg, 1926. Das Büchlein verdanke ich Frau Prof. Dr. Kämmerer, Würzburg. In Wahrheit meinem Töchterlein, die das Buch von Frau Professor Kämmerer abkopiert hat. Mein Töchterlein, die dort (Würzburg) soeben ihre Master-of-Science-Arbeit abgegeben hat. Beschäftigt sich – natürlich – mit Krebszellen und Ketose. Wie man deren Wirkung noch verstärken könnte.

 
 

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