Umdenken

10.05.2014
Drucken
 

Einigermaßen merkwürdig war das schon, damals, als Prof. Ornish, man of the year, behauptete, nein, schlimmer noch, bewies, dass schwer herzkranke Menschen wieder gesunden allein durch Bewegung - Ernährung – tägliche Entspannung. Ist von der Normalmedizin, der Uni-medizin (Sie kennen meine Meinung) bis heute noch gar nicht verstanden worden. Da wird gestentet auf Teufel komm raus, wird operiert, werden Tabletten gegeben, wird mit viel Liebe und Zuwendung auf Intensivstationen Leben gerettet... Und die Leute genauso krank wieder nach Hause entlassen. Bis sie eben wieder kommen oder besser gesagt nicht wieder kommen. Weil verstorben.

Einigermaßen merkwürdig war das schon, dass ein Arzt in Deutschland behauptete, man könne mit Bewegung – Ernährung – Denken wieder jung werden. Übersetzt: Noch im hohen Alter beliebig fit und geistig rege sein. Ein glückliches Leben führen. Auf all die Altersgebrechen, auf das metabolische Syndrom oder wie diese Drohungen auch immer heißen, verzichten.

Und das eben nicht mit Tabletten. Und eben nicht mit Krankenhäusern. Sondern in geheimnisvoller Selbstverantwortung draußen im Wald. Joggen nennt man das. Und essen wie ein Reh, wenn es richtig verstanden wird. Und ab und zu träumen wie ein Kind. Halt einfach das tun, was jedes andere Lebewesen auf dieser Welt auch tut. Und – übrigens – ewig jung bleibt. Ein allgemein gültiges Naturgesetz.

Das eben nur auf den Menschen nicht zutrifft. Warum wohl?

Drum freut einen Ornish, freut einen Strunz natürlich die Überschrift in der MMW 2014; 156 (1) S. 36, die da lautet:

Lifestyle verändert Körper und Geist

Und das sei „immer besser untersucht“. Würde langsam Einzug halten in die Normalmedizin. Hier steht nicht: wieder irgendeine Wunderpille, eine moderne Chemotherapie, eine neue Operationsmethode, sondern Lifestyle! Und die wunderschöne, Ihnen vertraute Begründung: "...sind es solche Umweltfaktoren, die durch epigenetische Mechanismen ganze Gensysteme funktionell verändern...".

Epigenetik also. Vor 25 Jahren, also weit vor Dean Ornish unter dem Begriff „Frohmedizin“ eingeführt. Auch nichts anderes.

Quintessenz des Artikels sind nagelneue (!!!) Ratschläge von Experten (!!!): Die raten nämlich

"zu einer umfassenden Ernährungs- und Lebensstilberatung, zu der neben einer diätetischen Gewichtsreduktion auch körperliche Aktivität gehört."

Wie gesagt funkelnagelneu. 2014. Soeben entdeckt. Von der Schulmedizin. Ist das nicht toll? Wenn Sie glauben, ich lästere soeben, täuschen Sie sich: Ich bin einfach nur froh und glücklich, dass unsere Medizin endlich auf die richtige Schiene springt, endlich wirklich Hilfe bringen ...kann. Das funktioniert nämlich nicht mit Tabletten, nicht mit unserer Pharmaindustrie. Scheint sich ganz langsam herumzusprechen.