Und was essen die?

04.08.2015
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Eine kluge, durchaus berechtigte Frage, kürzlich im Forum. Mit „die“ waren Marathonläufer gemeint. Aus Brasilien. So etwa 2:10h-Läufer. Die ich so vor 25 Jahren kennenlernen durfte und bewundert habe. Kennenlernen heißt: Bluttuning.

Kam mir damals recht überflüssig vor: Die hatten traumhafte Blutwerte. Mit gerade mal ein bis zwei Abweichungen. Müssen also recht vernünftig gegessen haben. Wenn ich das so richtig verstanden habe, waren die bettelarm. Hatten zum Teil nicht einmal Geld für Laufschuhe. Haben in Brasilien eher aus der Mülltonne gelebt (dies übrigens als Replik zu manchen Kommentaren zu meinem Bergbauerartikel (News vom 24.07.2015).

Zurück zum Thema: Was haben die gegessen? Die haben im Prinzip aus drei Tellern gespeist:

  • Fleisch, Eier
  • Nudeln
  • Unmengen Obst und Gemüse

Für Punkt eins gab’s einen Sponsor. Nudeln gab’s bei Aldi. Und Obst und Gemüse wurde kistenweise vom Großmarkt Nürnberg herangekarrt immer am Abend. Nicht – verkaufte Ware. Die es praktisch umsonst gab.

Weil mir Rezepte widerstreben. Weil ich mein persönliches Leben nach Prinzipien gestalte: Die Marathonläufer haben also im Prinzip gegessen:

  • Wie die Affen: Fleisch und Gemüse
  • Wie Menschen: Nudeln und übersüßtes, gezüchtetes Obst

Und brachten Höchstleistung. Haben also richtig gegessen. Vorsicht: Für sich persönlich richtig gegessen: Die haben die Kohlenhydrate nämlich verrannt, verbrannt. Jeden Tag. Wissen Sie, wie das funktioniert? Täglich 40 km, aufgeteilt in:

  • 20 mal 400 m. Wenn Sie diese Technik kennen.
  • Den Rest als langen Lauf am Nachmittag.

Sie fragen mich täglich nach einem Rezept. Einem Rezept für die ideale Nahrung für Sie. Und sind immer enttäuscht, wenn ich ihnen in Prinzipien antworte wie zum Beispiel „jeder Aff weiß Bescheid“. Können Sie sich wirklich nicht vorstellen, dass „richtig essen“ für jeden Menschen etwas anderes ist? Kenianische Marathonläufer ernähren sich hauptsächlich von Maisbrei. Also leeren Kohlenhydraten. Na und? Die rennen das weg. Im Rest scheinen – jedenfalls so einige Jahre – genügend Vitamine zu sein. 

Drum kann ein so kluger, bewanderter Biologe wie Chris Michalk sehr wohl Kartoffeln empfehlen. Sie vergessen mir immer, dass der junge Mann Triathlet ist. Schneller als ich. Ich weiß, was das übersetzt in das Wort „tägliches Training“ heißt. Der steckt Kartoffeln mit links weg. Aber Sie?

Weil ich Arzt bin. Sie mir gegenüber sitzen. Leider sehr häufig massiv übergewichtig mit Diabetes- und Blutdrucktabletten. Oder völlig verkrebst. Oder im Rollstuhl mit MS. Weil das so ist, werden Sie von mir sehr viel über strenge Ketose hören. Über 20g KH täglich. Nix Kartoffeln. Auch keine Nudeln oder übersüßes Obst.

Der junge Schweizer Amateur-Radfahrer von heute hat sich von mir nix über Ketose anhören müssen. Der nicht. Der hat einen 4-Stunden-täglich Trainingsalltag.

Richtige Ernährung ist individuell. Am schönsten zusammengefasst von Prof. Cordain in „Die Wahrheit“ (News vom 09.12.2009).

 
 
 

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