Und wie macht‘s das Krokodil?

03.11.2009
Drucken
 

Krokodile können über eine Stunde unter dem Wasser bleiben, also nicht atmen und dennoch da unten jagen, krabbeln, sich bewegen. Eine Stunde ohne zu atmen!

Wie die das schaffen? Die haben ein anderes Hämoglobin. Einen anderen roten Blutfarbstoff. Also den Farbstoff, der den Sauerstoff bindet und transportiert. Und zwar zu den Muskeln, welche dann den Sauerstoff übernehmen.

Im Muskel steckt der rote Muskelfarbstoff. Der ist allzeit bereit Sauerstoff anzunehmen. Nur - das Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff muss den Sauerstoff auch hergeben.

Und das tut er beim Krokodil viel, viel, viel eher und bereitwilliger als beim Menschen. Das rote Blut des Krokodiles gibt den gebundenen Sauerstoff praktisch ganz an den Muskel ab. Hält nichts zurück wie der Mensch.

Und was ist das für ein Wunder-Hämoglobin? Ganz einfach: An einer bestimmten Stelle werden einfach 5 Aminosäuren ausgetauscht. Das ist alles. Und genau das kann man auch beim Menschen: Man kann an der gleichen Stelle beim menschlichen Hämoglobin diese 5 Aminosäuren austauschen und hat dann ...

den gleichen Effekt wie beim Krokodil: Jetzt gibt auch das menschliche Hämoglobin den Sauerstoff lange, lange, lange und vollständig an den Muskel ab. Auch der Mensch müsste mit diesem Wunderblut lange Zeit nicht schnaufen. Falls Sie Marathonläufer sind oder sogar Bergmarathonläufer ... dann wissen Sie, was das bedeuten würde: Weltrekord ohne Mühe.

Gibt's bisher nur im Labor. Bisher. Warten wir mal ab.

Heißt für mich wieder: Nix Gene: Aminosäuren!

 
 
 

News Schlagwörter