Unnatürlich

11.06.2013
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Da hat sie recht, die junge Dame von der AOK. Als eine Fachfrau, die uns versichert, dass es unnatürlich wäre, wenn "Sie mit 46 noch den gleichen Körper wie ein 20 Jähriger hätten".

Wohl verstanden: So spricht die Gesundheitskasse AOK. Wie ich darauf komme? Könnten Sie nachlesen im Forum am 16.03.2013. Eine durchaus erheiternde Schilderung:

"Bei uns in der Firma gibt es gerade die Gesundheitstage. Dort gibt es also verschiedene Stände, die einen zum Thema Gesundheit informieren. Ein Stand (AOK) beschäftigt sich mit dem Körperfett und bietet auch eine Körperfettmessung an, was ich natürlich gleich ausprobieren musste. Das Ergebnis des Tests war ein Körperfettanteil von 14,8%. "Eindeutig zu niedrig" wie mir die Dame versicherte. "Für einen 46 jährigen haben Sie zu wenig Fett, sie sollten bei mindestens 18,6% sein, das ist die Untergrenze".

Ich fragte, warum denn bei einem 20-24 jährigen denn 10,8% exzellent sein sollen (siehe beiliegende Datei) und bei einem 46 jährigen zu wenig. "Weil der Körper mit zunehmendem Alter mehr Fett ansetzt, das sei ganz normal. Sie können ja nicht davon ausgehen, dass Sie mit 46 noch den gleichen Körper wie ein 20 jähriger haben, das wäre ja unnatürlich".
Ich habe dann die Diskussion nicht weiter vertieft, weil ich den Eindruck hatte, dass es sinnlos ist. In jedem Fall argumentieren so unsere "Krankenkassen" die sich ja um die Gesundheit ihrer Klientel bemühen sollten. Als ihr Patient und regelmäßiger Leser Ihres Blogs kann ich natürlich mit den Leuten gut umgehen, aber wenn ich mir vorstelle Unwissende werden hier beraten... ob das gesund ist?"

Wir lernen also aus berufenem Munde, dass der Körper mit zunehmendem Alter mehr Fett ansetzt. Das liegt also nicht an der Ernährung oder Bewegung. Sondern am Alter. Toll. Weshalb erzählt das niemand all den 100 Jährigen auf Okinawa. In Filmen zu besichtigen? Wie sie da mit einem BMI (gemessen!) zwischen 18 und 22 herumturnen, fit und schlank, und auch mit 100 täglich zur Arbeit gehen?

Sie verstehen hier mein Wort von der Resignationsmedizin. Auch die AOK hat längst resigniert. Nimmt betrübliche Tatsachen (man muss ja nur in ein Fußballstadion gucken) als gegeben hin und... passt sich an. Resignationsmedizin eben.

Dieser Bericht beweist zum Glück, dass die Zahl derer, die aufmucken, die etwas über genetisch korrekt gelernt haben und forever young leben, dass deren Zahl tagtäglich zunimmt. Erfreulich.

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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