Unser täglich Brot...

25.05.2013
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Entpuppt sich mehr und mehr als der Krankmacher, als der Lebenslust-Zerstörer, als genetisch falsch. Hat natürlich mit der heutigen Zeit zu tun. Während der zwei Weltkriege (Hungersnot), bei früher üblichen täglich 12 Stunden Feldarbeit war Brot kein Problem. Kohlenhydrate wurden verbrannt. Aber heute? Mich stört zunehmend die vertraute Formel "unser täglich Brot gib uns heute". Die sich ja tief in unser Unterbewusstsein eingegraben hat.

Nun: Die Formel stimmt nicht. Das stand da nicht. Da stand etwas anderes. Hatte ich Ihnen ja bereits mitgeteilt. Ein liebenswürdiger Pfarrer hat sich nun wirklich einmal die Mühe gemacht, und hat im Langenscheidts Großwörterbuch Altgriechisch-Deutsch mit Etymologie hineingeguckt. Und findet doch tatsächlich:

"Im Gebet steht das Wort "Artos". Und das stammt von einem Wort, das zubereiten heißt, wörtlich also ist Artos "das Zubereitete", die "Speise".

Im Sprachgebrauch ist das zum Synonym für "Brot" geworden.

Wir sollten bei der Bitte um das "tägliche Brot" den Blick für die Weite dieser Formulierung zurückgewinnen. Im deutschen Sprachraum werden wir es nicht ändern können, aber vielleicht doch daran denken..."

Dass dem altgiechischen Bauern bei dem Wort Artos vor dem Geiste durchaus ein Fladenbrot erschienen sein mag... und dem heutigen Schulkind eine Scheibe Vollkornbrot... dem Eskimo freilich doch wohl zwangsläufig ein Stück Robbe. Der kennt kein Brot. Und einem Mexikaner Tapioka, einem Indianer Büffelfleisch und einen Pygmänen vielleicht ein paar fette Maden.

Nix Brot. Im Zeitalter der political correctness sollte es besser heißen "unsere tägliche Speise..."

Vielleicht für den einen oder anderen doch ein Anstoß, sich das mit den Kohlenhydraten zu überlegen.

 
 
 

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