Unser Zaubertrank

07.09.2012
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Da wollte mich jemand trösten. Hat mir einen ganz lieben Brief geschrieben. Nachdem ich Sie, liebe Leser, wieder einmal so angejammert habe am 12.07.12. Schreibt also jemand über Menschen, die das, worüber wir reden, auch verstehen würden. Nämlich Ernährung, Bewegung, Meditation. Und messen, nicht raten... So schreibt er.

Vor drei Wochen nämlich wäre im WDR "Daheim und unterwegs" ein Prof. von der Uni Köln gesessen mit einem Diabetiker. Und dieser Patient hätte dank null Kohlenhydrate und Bewegung, dank Eiweißshakes usw. nach sechs Wochen 13 Kilo abgenommen und würde jetzt nur noch die Hälfte Insulin spritzen.

Geht doch! Sagen Sie das mal dem normalen deutschen Internisten mit diabetischem Schwerpunkt. Aber wie gesagt: Immerhin ein Lichtblick im WDR.

Außerdem hätte der Briefschreiber vor zwei Wochen zufällig eine Ernährungsberaterin kennengelernt. Sie wissen schon, eine Dipl. Oec.troph. Sie kennen auch meine begründete Meinung über diesen Beruf. "Hoppla", so lese ich, "Hoppla, die predigt genau wie Sie, kannte Sie aber noch gar nicht." Er hätte Sie auf meine Internetseite verwiesen. Und dann wird er philosophisch. Liest offenbar die gleichen Comics wie ich. Und meint:

"Es ist vielleicht noch so wie das kleine gallische Dorf (von den Römern belagert). Aber wenn sie losgelassen werden, schlagen sie die Römer nach Belieben. Unser Zaubertrank heißt eben nix KH."

Habe ich mir seine Karteikarte geholt. Auch du meine Güte. Lungenembolie. Zehn Jahre später Thrombose. Bekommt Marcumar. Monate später erneut Lungenembolie. Stationär Uniklinik. Unausweichlich psychische Störung. Schlafstörung. Erhöhter Blutdruck. Natürlich Blutdrucktabletten. Und selbstverständlich ausgeprägte Hormonstörung.

So greift eben eins ins andere. Jetzt ... ginge es ihm gut.

Freu ich mich. Behalten habe ich, hoffentlich genau wie Sie: Unser Zaubertrank ist... Nix! Also etwas sehr Luftiges, sehr Leichtes, Schwereloses, Elfengleiches. Nix KH.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
 

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