Urvertrauen

16.08.2014
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Als Kinder waren wir unsterblich. Wir wussten nichts von Verletzungen, Krankheit oder Tod. Wir lebten. Kletterten auf jeden Baum, sprangen über jeden Bach, stiegen in jedes Seifenkistel und bretterten mit dem Fahrrad um jede Kurve. 

Wir waren unsterblich.

Dieser magische Zustand hält ziemlich lange an. Um dann irgendwann im Leben, meist durch ein ganz definiertes Ereignis... sich für immer zu verabschieden. Etwa eine schwere Krankheit. Oder ein Unfall.     Jäh wird einem die eigene Verletzlichkeit bewusst. Und schon ändert sich alles.

War man vorher den Marathon voll Urvertrauen losgerast und wusste: Es wird schon gut gehen – so teilt man ihn ab jetzt ein. Berechnet ihn im Voraus. Befürchtet Verletzungen. Spürt ängstlich das leichte Stechen im Knie immer wieder nach. Kurz und gut: Man wartet direkt auf den Untergang.

Dieser Lebensverlauf ist normal. Ist üblich. Habe ich persönlich ja auch durchgemacht. Dass es das Gegenteil gibt...? 

Dass man Urvertrauen im Leben gewinnen kann? War mit neu. 

Im Mail des Tages: Da lebt einer, seit er denken kann, mit einer Herzphobie. Hat dauernd Angst vor dem Herzschlag. Spürt sein Herz. Hat zusätzlich Flug- und Höhenangst. Und schluckt seit 30 Jahren Betablocker.

Betablocker. Man blockt Nerven mit Chemie. So unser üblicher Zugang zum Leben. Wir sind so was von irre... Würde jeder Igel denken. Oder jeder Hase. Oder jedes Reh.

Solch ein Betablockerkörper hat einmal zufällig etwas gelesen. Hat seinen Magnesiumspiegel (das Salz der inneren Ruhe) im Körper hoch genug gedrückt (messen) und die Betablocker nach 30 Jahren weggeschmissen. 

Und jetzt geht’s los. Bitte lesen und genießen Sie:

„Vorgestern bin ich im Tandemsprung aus über 4000 Metern im freien Fall gesprungen. Am Morgen hatte ich im Gepäck noch einen kleinen Anflug eines Miniinfektes im Gepäck und      30 Schläge mehr Ruhepuls... Ein Alptraum für Herzphobiker... und ein guter Grund das Ganze abzusagen... Noch Wochen zuvor war der Gedanke des Sprungs undenkbar.

Der Flug und Sprung war irre! Und ich habe jede Phase wie ein Kind genossen. Der Miniinfekt war am nächsten Tag weg. Glück ist die beste Medizin.

Und ich will mit dem Springen weitermachen! Ich träume ständig davon! Und träume jetzt auch vom Triathlon. Weil ich meinem Körper vertraue, was er so drauf hat. Und ich sehe: Ohne Ihre Bücher, Seminarvideos, täglichen News und den Besuch bei Ihnen, hätte ich niemals die Höhle verlassen. Erst jetzt fängt mein Leben richtig an mit 50!“

Da hat jemand sein Urvertrauen mit 50 erst...gewonnen! Der hat ja sein Leben noch vor sich. Macht mich ganz kribbelig: Könnte ich das auch? Könnten Sie das auch? Wieder unsterblich werden? So wie jedes Kind?

Welche Frage. Der junge Mann hat’s doch bewiesen! Auf geht’s! Mein Gott, ist das spannend.

 
 
 

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