Viel Speck, wenig Hirn

12.10.2009
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Diese Überschrift aus dem Spiegel 41/2009 ist leider, leider viel zu schön, als dass ich sie überlesen könnte. Ich hätte freilich sanfter formuliert: "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen".

Natürlich habe ich schon vor längerer Zeit gelesen, dass

das Gehirn übergewichtiger Menschen auffällig verkleinert ist

Bewiesen in mehreren Studien an ganz jungen Menschen genau so wie an alten. Stimmt immer. Je mehr der Mensch auf die Waage bringt, desto weniger wiegt sein Gehirn.

Das wäre für sich genommen nicht besonders bemerkenswert. Es geht hier schließlich nur um 4% bis 8% weniger. Das Dumme ist nur, dass eben ganz bestimmte Gehirnregionen betroffen sind: Besonders der Frontallappen, der für das Planen zuständig ist. Dann aber eben auch der Hippocampus, mein besonderer Liebling.

Weil im Hippocampus die Umschaltung vom Kurzzeitgedächtnis zum Langzeitgedächtnis statt findet. Ein neues Wort, einen Satz, einen Namen können Sie sich leicht 3 Sekunden merken. Aber wissen Sie's nach 2 Stunden immer noch? Dafür ist der Hippocampus zuständig. Deshalb ist Psychologen schon sehr viel früher aufgefallen, dass übergewichtige Menschen sich mit Gedächtnis-Aufgaben schwerer tun.

Aber auch das wäre noch mit einem "na und?" hinnehmbar. Wir müssen nicht alle 100%ig sein.

Jetzt kommt's: Dummerweise vermindert Übergewicht nicht nur das geistige Leistungsvermögen (na und?), sondern macht auch anfällig für Erkrankungen des Gehirns. Das Risiko für Alzheimer & Co wird "viel größer".

Glauben Sie mir, lieber Mitmensch, Alzheimer & Co ist etwas Grausliges. Anfangs. Wenn man den Verfall noch selbst mitbekommt. Später vielleicht, hoffentlich, nicht mehr ... War das Problem Übergewicht bisher, seit 50 Jahren, beratungs- und behandlungsresistent, so hat sich das doch in den letzten 12 Monaten dramatisch geändert. Wie mir Ihre Erfolgs-Briefe beweisen.

Stichwort Kohlenhydrate.

 
 
 

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