Vitamin C - mal ganz praktisch

13.12.2015
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Täglich 10g Vitamin C? Empfehlen Sie? Wie soll das gehen? Die Frage stellt sich seit Generationen.

Jeder Aff weiß Bescheid. Auch dessen Körper kann kein Vitamin C selbst herstellen. Auch der muss es essen. Laut Studie im Frankfurter Zoo 5g täglich. Mit alten, abgelagerten Blättern, die er da gefüttert bekommt. In der Natur, mit frischen Blättern, dürften es wohl 10g oder mehr sein. Problem gelöst.

Und Sie fragen mich? Dann kommen Sie immer mit so typischen USA-Lösungen: Vitamin C-Kapseln oder Tabletten zu 1 g. Ich kenne die Dinger: Riesengroße Trümmer, die ein vernünftiger Mensch nicht schlucken kann. Ich auch nicht. Typisch USA. Keine Empathie.

Mein Rat vor 25 Jahren: Billigst Vitamin C aus der Apotheke, als Pulver; 2,3 Teelöffel in eine Plastikradflasche, auffüllen, den ganzen Tag über verteilt trinken. Ist das so schwer?

Heute mach ich´s jedenfalls anders: Ich habe so gelbe, lackierte Perlen zu 250 mg. In einem Handschmeichler. Einer abgerundeten Plastikdose. Verführerisch angenehm anzufassen. Alles Absicht.

    Und dann schütt ich mir eben ein paar von diesen glatten, leicht rutschenden Perlen direkt in den Schlund. Das tu ich mehrfach am Tag. Diese Handschmeichler finden sich im Auto, im Schreibtisch, in der Sporttasche. Überall.

 

Wenn ich sie mal wirklich zähle, nur spaßeshalber, kommen sicher so 8, 12, 15g heraus. Ganz automatisch. Und das schönste: Jede Perle wirkt 6 Stunden. Will sagen: Da kümmern sich viele, viele liebe Leute um Sie, und Sie… nehmen das gar nicht war. Wissen es gar nicht.

Natürlich ist Vitamin C nur ein Teil der Wahrheit. Natürlich wäre ein komplettes Multi-Vitaminpräparat das richtige. Und da kenne ich nur zwei, wie Sie ganz genau wissen. Zwei, die an den Menschen denken, die also flüssig sind.

Das Pulver Vitamineral hatte immer den Nachteil, als Trägerstoff Zucker zu verarbeiten. Für Sportler kein Problem. Trotzdem haben Sie sich beschwert. Hat die Firma reagiert. Hat es jetzt zuckerfrei produziert mit Inulin, einem weißen Pulver. Und was passiert? Sie beschweren sich erneut.

Inulin bleibt als Rückstand an der Wand des Glases, das stört Sie. Da müssen Sie sich beschweren. Und macht gelegentlich Blähungen. Ja nun: Wie hätten Sie´s denn gern?

    Firmen mit Welterfahrung sind ja nicht ganz dumm. Die Ideallösung scheint eine schwierige. Lernen Sie soeben von Coca Cola: Cola mit Stevia. Aber eben nur ein Drittel von dem Zucker ersetzt. Restzucker bleibt drin. Das wollten die ganz sicher nicht. Bleibt ihnen aber gar nichts anderes übrig: Stevia süßt nicht genug, wird dann bitter; schon würden sie sich wieder beschweren. Das Ganze ist schwieriger, als Sie glauben.

 

Bringt mich zum Eiweißpulver. Mit Aspartam. Schon beschweren sie sich wieder. Obwohl Aspartam nun wirklich nur zwei Aminosäuren sind. Und das Eiweißpulver ja 20 Aminosäuren. Tja. Na, gut. Also gibt’s das Pulver auch ohne Aspartam. Und jetzt?

Sie beschweren sich. Schmeckt nach Kleister. Nach Pappe. Sei eine Zumutung. Würde man jetzt Zucker zugeben, würde es Ihnen schmecken. Aber… sie hätten wieder einen Grund, sich zu beschweren.

Ach, Kinder!

 
 
 

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