Vitamin D und Magnesium

07.04.2017
 

Gehören zusammen. Diese auch für mich neue Einsicht verdanke ich der NHANES III. Etwas Besonderes. Heißt übersetzt US National Health and Nutrition Examination Survey III: Eine seit vielen Jahren laufende Großstudie. Die immer wieder Zwischenergebnisse publiziert (hier BMC Medicine 2013, 11:187).

Neu gelernt aus dieser Studie habe ich eine ganze Menge. Ich versuch mal, Übersicht hineinzubekommen (Sie wissen, das ist die ganze Kunst, wenn man 40 engbedruckte Seiten vor sich hat):

  • Viel Magnesium reduziert das Risiko für eine Vitamin D-Unterversorgung. Hätte ich so nicht gewusst.
  • Viel Magnesium beeinflusst positiv den bekannten Zusammenhang zwischen Vitamin D und dem Sterberisiko (besonders für Herzinfarkt und Dickdarmkrebs).
  • Diesen erfreulichen Zusammenhang (viel Vitamin D, geringere Sterblichkeit) gibt es tatsächlich nur bei höherer Magnesium-Aufnahme. Hätten Sie das gewusst?
  • Wenn bei einem Vitamin D-Defizit gleichzeitig ein Magnesiummangel vorliegt, erhöht sich das Sterberisiko.
  • Genauer: Patienten mit dem tiefsten Vitamin D-Spiegel hatten ein 31% höheres Sterberisiko, verglichen mit hohen Vitamin D-Werten.
  • Liegt gleichzeitig ein Magnesiummangel vor, erhöht sich das Sterberisiko zusätzlich um 29%, also auf 60%. Ungeheuerlich, wenn es SIE betrifft.

Heißt übersetzt für uns: Der flapsige Spruch „Vitamine haben wir alle genug“, der ja auch für Mineralien und Spurenelemente gilt, erweist sich als tödliches Missverständnis der Mehrheit der deutschen Ärzte. Der Mehrheit!

Dokumentiert in deutschen Ärzte-Zeitschriften. Auch dazu gibt es ja verräterische Erkenntnisse (News vom 20.02.2017 drstrunz.de).

Wir sollten immer praktisch übersetzen, uns bildlich vorstellen: Was heißt denn ein 30% höheres Sterblichkeitsrisiko? Ja du meine Güte: Wenn Sie eine Million Menschen nehmen, sind halt 300.000 umsonst zu früh gestorben. Die hätten noch ein viel längeres Leben genießen können. Gestorben, weil sie die offiziellen Märchen (Vitamine haben wir alle genug) geglaubt haben.

Denkt man lang genug darüber nach, resigniert man eines Tages: Dann sollen sie eben. Mehr als tausendmal erzählen kann man nicht. Wenn da nicht dieser kleine lökende Stachel wäre: Im Rahmen meiner Seminare habe ich mir selbst bewiesen, dass man auch den trägesten Menschen packen kann. Überzeugen kann. Mitreißen kann. An die Hand nehmen kann. Heißt hier: Sein Leben retten, verlängern kann.

Mit 19 dachte ich wirklich, das sei die Aufgabe des Arztes. Dachte ich.

 
 

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