Vitamin D und New York Times

12.08.2010
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Unser irdisches Leben wird bestimmt von Glaubenssätzen. Felsenfeste Überzeugungen, tief verankert im Unterbewusstsein. Die meisten von Ihnen sehen das immer so abstrakt, so weit weg. Dabei gibt es ganz hautnahe Glaubenssätze wie "Vitamine haben wir alle genug". Programmiert in den Gehirnen deutscher Ärzte.

Glauben Sie nicht? Bitten Sie doch einfach Ihren Hausarzt einmal, Vitamine in Ihrem Blut zu messen. Sie werden eine Überraschung erleben.

Wir gehen mit dem Wissen über Vitamine einigermaßen verklemmt um. Oder haben Sie in irgendeiner deutschen Zeitung gelesen, dass die DGE im Mai ernsthaft über
Vit D nachgedacht hat. Die empfohlene Menge (200 i.E.) vervierfachen möchte. Ich habe nichts gelesen. Bleibt alles hinter verschlossenen Türen. Dabei geht es doch um die tägliche, um die heutige Gesundheit, ja um das Leben der deutschen Bevölkerung.

Wie wohltuend, wenn man "The New York Times" lesen kann. Dort finden Sie
am 26. Juli 2010 eine wundervolle Zusammenfassung über Vitamin D.

Beginnt mit der hübschen Bemerkung, dass der moderne Mensch am Äquator groß geworden ist. Wo die Sonnenexposition ganzjährlich war und die Menschen, spärlich bekleidet, den Tag im Freien verbracht hatten. Heute ja unvorstellbar.

Wir lernen, dass der Mensch während seiner gesamten Evolution 50 Nanogramm pro Milliliter, oder mehr Vitamin D im Blut aufwies. Der heutige Amerikaner 18-22, der schwarze Teil der Bevölkerung nur 13-15.

Wir lernen, dass man 40 ng/ml schon braucht, um stabile Knochen zu entwickeln.
Oh!

Wir lernen, dass gesichert ist: Je weniger Vitamin D, desto mehr Krebs, desto höher der Blutdruck, desto mehr Herzinfarkt, desto mehr Prostatakarzinom.

Wir lernen erneut, dass man in Finnland bei Kindern den Diabetes Typ I (angeboren) um 88 Prozent verhindern konnte mit 2000 i.E. Vit D.

Und der ängstliche Deutsche lernt, dass ein gesunder Erwachsener ohne
weiteres 10 000 i.E. Vit D sechs Monate ohne Schaden zu sich nehmen kann.

Empfohlen werden übrigens 1000 – 2000 i.E.

In Deutschland, also dem Land mit dem Glaubenssatz "Vitamine haben wir alle genug" beklagte man 2010 erneut, dass die Anzahl der Kinder mit Diabetes Typ I rapide zunähme.

Glaubenssätze. Bestimmen unser Leben. Ganz hautnah.

 
 
 

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