Vitamin K: Die richtige Dosis

19.04.2017
 

Unbekannt. Denn wie definieren Sie „richtig“? Worauf bezogen? Beispiel:

  • Vitamin C, 50mg, schützt Sie zuverlässig vor Skorbut. Ein bisschen Sauerkraut, eine Zitrone, etwas Seetang tun´s auch.
  • Nicht schützen 50mg Vitamin C vor Viren. Wissen Sie, wenn Sie Ihre Grippe abkürzen mit Vitamin C im 10g-Bereich.
  • Und schon gar nicht schützt Vitamin C, 50mg, vor Krebszellen. Erst infundierte Dosen von 30g oder 60g töten Krebszellen nachweislich ab (News vom 07.09.2011)

Was lernen wir? Wenn Sie über die Dosis, über die richtige Dosis eines Vitamines sprechen, müssen Sie dazu sagen, von welcher Wirkung Sie gerade sprechen. Und Vitamine als essentiellen Stoffe (alle nobelpreiswürdig) haben selbstverständlich viele Funktionen im Körper. So auch Vitamin K.

Vitamin K1 kümmert sich in erster Linie um Ihre Blutgerinnung. Es aktiviert die nötigen Gerinnungsfaktoren.

Vitamin K2 scheint besonders wichtig bei der Kalzium-Verteilung im Körper: Verhindert die Ablagerung in den Blutgefäßen, verstärkt die Kalzium-Einlagerung im Knochen. Höchst erwünscht.

Beide wirken aber auch auf die gleichen Systeme, wenn auch verschieden stark. Bitte nachlesen in News „Vitamin K – Wieder so ein Wunder“.

Nachdem sich in letzter Zeit verstärkt Vitamin K2 als besonders wichtig für den Menschen herauskristallisiert, weil es nicht nur den Herzinfarkt, sondern auch Diabetes oder Krebs unerwartet stark beeinflusst, beschäftigen auch wir in der Praxis uns zunehmend mit Vitamin K2.

Wissend, dass Sie einen tiefen Vitamin K-Wert im Blut besonders leicht mit Vitamin K2, und hier der Untergruppe MK7 anheben können.

K2 gibt es in mehreren Formen. Für uns wichtig MK4 und MK7. Nachdem MK4 nur eine Halbwertszeit von einer Stunde, MK7 aber eine Halbwertszeit von 3 Tagen hat, also deutlich länger im Körper verweilt, konzentrieren wir uns in Zukunft also auf die MK7-Form von Vitamin K2.

In welcher Dosis?

Wurde kürzlich an der Uni Maastricht ausprobiert. Die haben gegeben MK7 in steigender Dosis, nämlich

    0, 10, 20, 45, 90, 180, 360 Mikrogramm pro Tag über 12 Wochen.

Ergebnis: Ab 90 μg/pro Tag misst man einen verbesserten Kalziumanbau im Knochen, eine Behinderung von Kalziumeinbau in der Gefäßwand. Genau die erwünschten Effekte.

Soeben abgeschlossen wurde eine Placebo-kontrollierte Interventionsstudie über 3 Jahre mit 180 μg/pro Tag MK7. Ergebnis:

  • Signifikanter Schutz von Wirbel-Hüftknochen (gegen Fraktur).
  • Stopp der altersbedingten Arterienversteifung (die bei der Placebogruppe messbar war).
  • Wichtig: Die Blutgerinnung wurde von dieser Dosis MK7 nicht beeinflusst. Darf auch nicht sein.

FAZIT: In meiner Praxis werden 200 μg Vitamin K2 verschrieben. Wir scheinen damit nicht ganz falsch zu liegen.

Natürlich ist mir klar, dass in Japan auch 45.000 μg/pro Tag gegen Osteoporose verschrieben werden. Bedeutet für mich: Die Sicherheitsspanne ist sehr groß.

 
 

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