Vom Darm ins Gehirn

20.07.2013
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Man muss nur hinhören. Zuhören. In den Fachzeitschriften stöbern. Sich belesen. Dann kommt man auf Zusammenhänge, von denen man an der Uni nichts gelernt hat. Beispielsweise der Zusammenhang zwischen Darm und Gehirn.

In Wien gibt es eine Neurologin, Elisabeth Fertel, die soeben einen Fachartikel zu Diäten als Therapie bei bestimmen neurologischen Erkrankungen geschrieben hat. Für die meisten Normalärzte ist dieser Zusammenhang neu.

Dabei in der orthomolekularen Medizin seit 50 Jahren Hauptthema. Aber Sie wissen schon: Bis neues Wissen, neue Einsichten, neue Zusammenhänge sich einmal draußen in der Praxis durchsetzen und einbürgern...da vergeht schon einige Zeit.

Aktuell geht es um einen 38-jährigen Mann, der sich psychisch völlig verändert hat. Er wird antriebslos, wird traurig, leidet an Angstattacken, wird aggressiv und aufbrausend, schwierig für die Familie.

Bekommt natürlich Psychopharmaka. Was sonst. Diagnose: Frontalhirnsyndrom.

Dazu muss man wissen, dass mit Hilfe des Frontallappens im Gehirn der Menschen seine Affekte kontrolliert, sich selbst und die Umwelt bewertet. Hier wird der Antrieb gesteuert. Und dieser vordere Bereich des Gehirns, auch Stirnlappen genannt, war offenbar gestört. Bloß weshalb?

Da kamen die Ärzte auf eine glänzende Idee. Eine Idee, die mein medizinisches Wirken inzwischen beherrscht: Sie machten eine Blutanalyse. Aber eben nicht nur das Übliche, also Cholesterin, Leberwerte, Blutzucker, sondern diese Ärzte warfen ein weit gespanntes Netz aus. Suchten auch - obwohl es dafür gar keinen Anlass gab - nach Antikörpern und finden bei dem Patienten eine Zöliakie. Eine Glutenunverträglichkeit. Eine Weizenunverträglichkeit.

Und wissen Sie was? Unter streng glutenfreier Diät (erinnern Sie sich an die Tennisspielerin Lisicki, News von 02.12.11), ohne Weizen also wird der 38-jährige wieder gesund. Spricht, isst, bewegt sich normal, die Antriebslosigkeit verschwindet.

Was lernen wir? Erstens, dass die Nahrung unser Denken beeinflusst. Oft ganz entscheidend. Und zweitens, dass eine weit gespannte Blutanalyse sich lohnt. Auch wenn die deutschen Krankenkassen dagegen Sturm laufen.

Weshalb ich Ihnen davon erzähle? Weil ja angeblich ein Drittel der Europäer diese Art von mentalen Störungen aufweist. Zumindest zeitweise. Weil genetisch korrekte Kost solche Störungen eben verhindert hätte. Um es schärfer zu formulieren: Weizen gehört nicht zum Menschen. Mehl, genau wie Zucker ist eine späte Erfindung unserer Zivilisation. Und bringt uns schlussendlich um.

 

 

 

 

 
 
 

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