Von der Ameise zum Adler, Teil I

27.04.2014
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Es gibt sie, es gibt sie wirklich, die Welt der Leichtigkeit, die Welt der Mühelosigkeit, die Welt, in der der Mensch gewinnt, ohne sich anzustrengen. Die Welt, in der Ihnen buchstäblich Flügelein wachsen, in der Sie abheben, fliegen, Überblick haben, gewinnen mit innerer Heiterkeit.

Diese Welt ist uns wenig vertraut deshalb, weil wir in aller Regel wie Ameisen leben. Emsig mühen und plagen wir uns von früh bis spät im Schweiße unseres Angesichtes. Kommt Ihnen irgendwie bekannt vor. Mir auch. Nun, Ameisen sind tüchtig. Ohne Ameisen würden keine Straßen geteert, keine Häuser gebaut, keine Lasten transportiert. Ameisen sind das Salz in der Suppe. Nur...gibt es die anderen eben auch. Die da oben. Die Adler. Die auch leben, genau wie Ameisen, nur eben...schwerelos. Sie gleiten dahin, mühelos, Hunderte von Kilometern praktisch ohne Anstrengung. Wenn man eine emsige Ameise ist, dann wird man zurecht neidisch und wünscht sich, dort oben mitzufliegen.

Aber wie? Wie soll das gehen? Gibt’s da ein Rezeptbuch? Die Verwandlung von der Ameise in den Adler? Gibt`s. Hab ich Ihnen aufgeschrieben. Hier. Also los: Wie wird man zum Adler?

VORBILD: DAS REH

Wen Sie nicht fragen sollten: Zeitschriften, Bücher, auch keine Lehrbücher, und schon gar nicht Motivationstrainer oder Journalisten. Eher nicht glauben würde ich auch meinem Hausarzt, einem übergewichtigen, schwer atmenden, deutlich überarbeiteten Menschen mit Sorgenfalten. Wen also wollen wir fragen?

Gucken Sie einfach raus. Die Welt dort draußen lebt in dieser Leichtigkeit, in dieser Mühelosigkeit, lebt frei von Ängsten, Sorgen und Krankheiten. Alle Tiere dieser Welt demonstrieren Ihnen dieses andere Prinzip. Sie brauchen nur hinzugucken. Tiere lachen uns ja buchstäblich täglich aus.

Tiere? Welche? Völlig gleichgültig. Nehmen wir das Reh. Mag ich deshalb, weil ich in meinem an den Wald grenzenden offenen Garten täglich Rehe zu Besuch habe. Die mir meine Rosen von der Terrasse fressen. Die durch die Küchentür hineingucken. Ich gucke raus, die gucken rein. Wer ist hier eingesperrt? Wer ist hier frei? Eben. Und diese Rehe hüpfen täglich auf meiner Wiese herum. Spielen. Schleichen selten depressiv daher, haben eher keine Sorgenfalten auf der Stirn, kommen selten am Stock und schon gar nicht im Rollstuhl. Wir wissen definitiv, dass Tiere keinen Krebs bekommen. Keinen Alzheimer. Keinen Herzinfarkt. Kein Rheuma. Keine schleichende Verblödung...Aber der Reihe nach:

Wenn wir an ein Reh denken, denken wir an Hüpfen und Springen. Die müssen sich auch so fühlen. Das Prinzip der Beckerfaust. Sie kennen das: Ballen Sie die Faust, recken sie den Arm triumphierend nach oben und registrieren Sie Ihr Gefühl. Der Geist folgt dem Körper. Jetzt wissen Sie, wie Rehe sich beim Herumhüpfen fühlen müssen. Die sind fröhlich. Also? Wenn Sie in den nächsten Tagen einkaufen gehen, dann...hüpfen Sie doch ein bisschen. Auf der Hauptstraße. Sie würden sich wundern. Können Sie nicht? Verstehe ich. Dahinter steckt Trick Nummer 1 der Rehe:

Das Leistungsgewicht

Wissen Sie was ein Donkervoort ist? Ein Auto. Ein offener Roadster. Langgestreckte Schnauze. So wie ein Morgan. Kennen Sie. Diese Donkervoort werden in Holland hergestellt. Interessanterweise mit einem Audimotor. Der vom TT. Hat also 330 PS. Bisher nichts Besonderes. Nur: Dieser offene, kleine Roadster beschleunigt unter 3 Sekunden auf 100 km. Das ist Formel-I-Niveau. Das kann kein anderes Auto auf unseren Straßen. Kein Porsche, kein Ferrari, niemand. Wie das funktioniert mit einem simplen, schlichten Durchschnitts-Audimotor? Ganz einfach: Dieser Donkervoort wiegt nur 695 Kilogramm. Ihr Auto das dreifache, wie Sie wissen. Die 330 Normal PS müssen also sehr wenig Gewicht herumschleppen. Verstanden? Nennt man optimiertes Leistungsgewicht.

Wer mit diesem Prinzip, diesem Trick der Rehe sein Leben auf den Kopf gestellt hat? Angelique Kerber. Deutsche Tennisspielerin. Anfang 2012 auf Platz 115. Nicht ganz schlecht. Aber eben weit weg von der Spitze. Ende des Jahres auf Platz 6. Und damit plötzlich reich. Angesehen. Berühmt. Innerhalb von einem knappen Jahr.

Wie sie das geschafft hat? Die hat Gewicht abgespeckt. Hat einen neuen Trainer, selbst sehr dürr, bekommen und abgenommen. Und erzählt, wie dramatisch sich ihr Lebensgefühl geändert hätte. Bitte gut zuhören: Nicht Ihre Leistungsfähigkeit, sondern Ihr Lebensgefühl. Wie sie jetzt mehr Selbstvertrauen hätte und einfach immer gewinnen würde.

Gleiches Prinzip Miriam Gössner. Kennen manche. Biathletin. Die plötzlich 2012 die schnellste Biathletin der Welt wurde. Übrigens schneller als Neuner. Ein schmaler, zierlicher, kleiner Floh. Wieso die plötzlich zur Weltspitze aufschloss? Die hat April 2012 nach und während einer Krankheit 10 Kilogramm abgenommen. Das war's auch schon. Leistungsgewicht. Man fühlt sich anders. Leicht, beschwingt, fröhlich (Erinnern Sie sich an die Beckerfaust?), und man...gewinnt. Möchten Sie auch.

VO2 MAX



Nun sind Sie Schreibtischtäter. Nicht Biathlet. Einverstanden. Dann übersetze ich Ihnen Leistungsgewicht in VO2 Max. Die entscheidende Kennzahl für Leistung. Und zwar körperliche wie auch geistige. Die maximale Menge an Sauerstoff, die Ihre Körperzellen verbraten können. Beim Normalmensch ist diese Zahl 35. Beim sehr guten Sportler 65. Lance Armstrong hatte 82. Jan Ulrich 90. Also: Je höher, desto besser. Und VO2 Max ist interessanterweise definiert pro Kilogramm Körpergewicht. Je weniger man wiegt, desto höher steigt die Zahl. Ohne jedes Training. Ganz automatisch von alleine. Betrifft selbstverständlich auch Ihr Gehirn: Sie leben auf einem völlig anderen Sauerstoffniveau, auch am Schreibtisch.

Noch interessanter: VO2 Max ist die in meinen Augen einzig zuverlässige physiologische Maßzahl für das biologische Alter. VO2 Max hat ihr Maximum mit 25 Jahren und sinkt dann kontinuierlich ab. Ihr ganzes Leben. Wird immer weniger. Außer...außer Sie trainieren oder eben Sie optimieren, indem Sie Gewicht abspecken. Dann steigt diese Zahl wieder an wie seinerzeit in der Jugend. Sie können mit 60 nachweislich das biologische Alter eines 30-jährigen haben. Messe ich ja täglich in meiner Praxis.

BEWEGUNG

Wir haben also Trick Nummer 1 verstanden: Das Leistungsgewicht. Heißt abspecken. Fett verbrennen. Und das passiert im Muskel. Großes Geheimnis für die deutsche Bevölkerung. Ohne Muskeln keine Fettverbrennung. Nun haben wir ja in der Regel den einen oder anderen Muskel, nur...Fettverbrennung braucht Sauerstoff. Das heißt, der Muskel muss möglichst gut durchblutet sein. Möglichst viele Blutgefäße, viele Kapillaren entwickeln. Und wie macht man das? Gibt`s nur eine Methode, eine Technik: die der Rehe, der meistens fröhlich und beschwingt lebenden Tiere: Bewegung. Tägliche Bewegung. Heißt bei uns joggen. Der Erfolg, das Kapillarenwachstum in den Muskeln ist verblüffend und dramatisch. In wenigen Wochen.

Beweist man mit dem Begriff der Betaoxidation. Nur ein Kunstwort für Fettverbrennung. Sie können in wenigen Wochen mit Joggen die Fettverbrennung um Faktor 3 steigern. Sie können durch regelmäßiges Joggen die Betaoxidation, Ihre Fettverbrennung um den Faktor 10 steigern. Demonstrieren Sie mir in meiner Praxis. Ich gebe Ihnen eine Gebrauchsanleitung für die Fettverbrennung und Sie nehmen ab pro Woche 1 Kilogramm. Nur: Andere verlieren 10 Kilogramm in der gleichen Woche. Der Rekord übrigens liegt bei 14 Kilogramm in der ersten Woche. Den Brief können Sie unter www.strunz.com nachlesen. Der Unterschied zwischen der mäßigen und der dramatischen Fettverbrennung ist ganz einfach die Durchblutung der Muskeln.

Anmerkung: Natürlich optimieren Sie beim Joggen nur die Laufmuskeln. Das sind aber immerhin 70% der Gesamtkörpermuskulatur. Deswegen lohnt sich Joggen. Wenn Sie mehr möchten: Triathlon. Da wird auch geschwommen, da wird auch Rad gefahren. Andere Muskeln benutzt, andere Muskeln kapillarisiert. Triathlon ist der Weg zum Traumkörper mit idealem Leistungsgewicht.

Natürlich: Je mehr Muskeln, je größer die Muskulatur, desto lohnender. Desto rascher die Fettverbrennung. Ist ein Loblied auf das Fitness-Studio, besser auf das Krafttraining. Krafttraining folgt einem ganz simplen Gesetz. Dem Hollmannschen: Der Muskel wächst, wenn er täglich 7 Sekunden maximal angespannt wird. Das genügt. Sie müssen sich nicht stundenlang abstrampeln. 7 Sekunden sind's.

Joggen, tägliches Rennen zerstört Ihre Gelenke. Wird Ihnen fast jeder Orthopäde versichern. Zitat: "Laufen Sie nicht so viel, Sie nutzen ja Ihre Knie ab." Müssen Sie dem Reh mal erzählen. Rehe mit Arthrose sind eher selten. Freilich ist ein Reh ein bisschen klüger als der Mensch. Wieder einmal. Rehe trampeln nicht, Rehe federn. Die laufen auf dem Vorfuß.

DER ELEFANT

Diese banale Einsicht setzt sich ja ganz, ganz langsam auch in Deutschland durch. Seit die Schuhindustrie zugegeben hat, dass sie sich getäuscht hat. Uns getäuscht hat. Mit den Plumpschuhen. Und mehr und mehr sogenannte Barfußschuhe entwickelt. Barfuß können Sie nur mit dem Vorfuß federn. Sogar der Elefant ist klüger als deutsche Sportwissenschaftler, die ja immer noch mit der Ferse abrollen: Der Elefant läuft Vorfuß. Der federt. Wussten Sie das? (News vom 25.07.12)

Übrigens: Vom Elefanten können wir noch etwas lernen. Der joggt ja nicht nur, der geht auch auf dem Vorfuß. Vielleicht haben wir hier etwas Grundsätzliches vergessen? Tänzer oder Balletttänzer kennen dieses Prinzip: Man kann ganz normal gehen auf dem Vorfuß. Dann streckt man sich, ist aufrecht und...schreitet wie ein König. Im Gegensatz zum Bauern. Der plump dahertrampelt. Gucken Sie Ihren Mitmenschen auf der Hauptstraße mal auf die Füße.

Tiere lachen uns aus. Selbst der Elefant zeigt uns, dass Fortbewegung etwas federndes, weiches, elastisches ist. In Deutschland dagegen werden jeden einzelnen Tag 1000 Hüften oder Kniegelenke ausgetauscht. Jeden Tag 1000. Was glauben Sie weshalb? Da wurde getrampelt bei falschem Leistungsgewicht. Bei zu hoher Last.

TELOMERE

Bewegung ist mehr. Bewegung ist Gesundheit. Also Abwesenheit von Krankheit plus Wohlgefühl. Das Lebensgefühl der Rehe, der Antilopen, wohl auch der Elefanten. Bewegung macht gesund. Dieser Satz beruht auf modernster Forschung, beruht auf dem Nobelpreis 2009, dem Geheimnis der Telomere.

Kennen Sie. Telomere sind die Schutzkappen der Chromosomen. Werden kürzer mit jeder Zellteilung. Sind sie weg, ist die Zelle tot und damit Sie. An der Länge der Telomere kann man Ihre Lebenserwartung ablesen. Es gibt bereits zwei Labors auf dieser Welt, die Ihnen das messen würden. Viel wichtiger: Telomere sind ein direktes Maß für die Gesundheit der Zelle. Lange Telomere heißt Abwesenheit von Zivilisationskrankheiten. Also Krebs, Herzinfarkt, Alzheimer usw.

Jetzt kommt's. Bewegung verlängert die Telomere. Wohl verstanden: Verlangsamt nicht nur die normale Verkürzung dieser Dinger, sondern verlängert sie sogar. Bewegung produziert ein Enzym, die Telomerase, die Ihre Telomere länger macht. Den Alterungsprozess nicht nur stoppt, sondern umkehrt. Forever young ist längst medizinische Tatsache. Längst zum Nobelpreis geworden (2009). Wunderschön bewiesen kürzlich erst wieder von Prof. Halle in München. An Mäusen und deren Herzkranzgefäßen. (News vom 08.11.12)

Bewegung, also längere Telomere erklärt auch, weshalb Läufer weniger Krebs bekommen. Hierzu die neueste Statistik (News vom 18.05.2011).Wobei Sie bitte immer bedenken, dass die hier Untersuchten sich einmal mehr, einmal weniger bewegt hatten. Dass hier auch Menschen gezählt werden, die nur zweimal die Woche eine halbe Stunde gejoggt sind. Oder längere Spaziergänge gemacht haben. Will sagen: Die Prozentzahlen wären sehr viel höher, sind vielleicht sogar 100% dann wenn man täglich rennt, täglich sich stundenlang bewegt, wie das unsere Vorfahren getan haben. Sie wissen: Indianer, Schwarzafrikaner, Eskimos kennen (kannten!) keinen Krebs. Keinen.

Und Bewegung verändert dramatisch Ihr Immunsystem. Kein Wunder: Die Telomere werden in aller Regel gemessen in den weißen Blutkörperchen. Und die weißen Blutkörperchen sind ein wesentlicher Teil Ihres Immunsystems. Leben die länger, sind die stärker, sind Sie geschützt. Geschützt vor Bakterien, Viren, Krebsauslösern. Das Immunsystem regiert Ihren Körper: Ein Mensch mit starkem Immunsystem wird zum Adler. Wird souverän, kennt nun einmal nicht das Leid kranker Menschen.

Was haben wir gelernt? Zum Prinzip der Leichtigkeit, der Mühelosigkeit, zum Prinzip des Gewinnens ohne jede Anstrengung gehört das richtige Leistungsgewicht. Das möglichst hohe VO2 Max. Auch ein paar mehr Muskeln, die deutlich besser durchblutet sind. Eine maximale Fettverbrennung. Tatsächlich sitzen Adler höchst selten vor dem Fernsehapparat. Ein Adler wird man durch tägliche Bewegung.

Drum: LAUFEN SIE! Laufen Sie… in ein neues Leben.

 
 
 

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