Vor dem Zähneputzen

17.07.2018
 

Gast-News Nr. 53

Sie erinnern sich. Zähneputzen heißt, am besonderen Gedanken schrauben. Wach die Ideen schon mal vorsammeln, für die kommende Meditation. Die Sammel-Phase. Wenn Sie sich Blend-A-Zeugs in den Mund stopfen, sammeln Sie schon mal, welche Details und Ideen denn für Sie jetzt relevant sind. Der positive Effekt: Zähneputzen, das können Sie. Im Zähneputzen sind wir Vollprofis. Ihre Handbewegungen gehen wie von selbst. Und dazu mischen Sie jetzt Ihre Gedanken. Verstehen Sie? Mini-Meditation.

Drum lesen wir gerne, auf’m Topf, die Rückseite von Schampoo-Flaschen. Wenn wir etwas Gewohntes tun, das im Unterbewusstsein bereits eingespeichert ist, will unser Gehirn mehr. Es langweilt sich. Es will aufsaugen, noch mehr wissen. Stillstand gibt’s nicht für Ihre denkende Walnuss, Ihr Gehirn.

Diesen Zustand, dieses Aufsaugen, alle Gedanken zu einem kleinen, knackigen Lichtpunkt zu bündeln, das wollen wir. Diesen Zustand wollen Sie in die Meditation transportieren. Vom Zähneputzen, vom Topf, direkt in den Tiefschlaf. Mit Gedankenfutter.

Und Ihre denkende Walnuss ist hungrig. Je weniger sie sich um lästige Dinge kümmern muss, desto mehr Zeit hat sie für Ihren besonderen Gedanken.

So bereiten wir uns auf das Zähneputzen vor.

Damit die Ihnen besonders gut gelingt, die Zahnputz-Vor-Meditation, regen Sie Ihr Gehirn an. Machen Sie es kreativ und fröhlich. Resistent gegenüber Ablenkungen. Tryptophan, das wissen Sie bereits, hilft immer, wenn Sie’s richtigmachen.

Die hüpfende Aminosäure, Phenylalanin, schafft Ordnung im Kopf (News, 24.07.2013). Aus ihr gewinnen Sie Tyrosin, die Ausgangssubstanz für das wertvolle Dopamin, das Antriebshormon.

Wie ein Baby schlafen, mit jungen Zellen. Ist möglich mit Glycin (News, 22.05.2016). Zusammen mit Vitamin B3 hat Ihre denkende Walnuss weniger Stress. Kann sich ganz um Ihre weltlichen Belange kümmern.

In Ruhe meditieren können, ohne ablenkende Gedanken, mit L-Theanin (News vom 24.02.2016). In einer umfangreichen Studie eines indischen Molekular- und Biochemieinstituts stellte sich heraus, dass Theanin die Konzentrationsfähigkeit steigert, uns in einen Schlummermodus versetzt. Falls Sie also Kaffee nicht mögen, hier der wertvolle Ersatz.

Joggen. Nichts ist wertvoller für gesunden Schlaf als ein volldurchbluteter Körper, der an der frischen Luft, nicht im muffigen Studio, Eindrücke sammeln durfte. Ihre Walnuss mag Laufband nicht. Weil Laufen, das können Sie. Darin sind Sie Experte. Drum langweilt uns das Laufbandlaufen. Im Winter dagegen, mit eisiger Luft, etwaigen rutschigen Eisflächen auf dem Boden,…da muss sich das Gehirn beschäftigen. Kälte, Schnee und Ausrutschgefahr, die beste und ehrlichste Ausrede auch mal langsamer zu laufen. Wunderbar! Holen Sie sich leichte Schuhe, mit ordentlich Plastiknoppen, und raus. Und wenn’s nur 15 Minuten sind.

Sehen Sie den ganzen Tag als eine große Energie-Verteilungs Phase. Brav das Zeugs schlucken, wenigstens 15min für’s Gehirn draußen(!) joggen gehen, bei Eis halt langsam.

Dann ist Meditation – wenn Sie´s richtig verstehen - schon Ihren ganzen Tag am Laufen gewesen.

Merken Sie was? Verstehen Sie, was Meditation wirklich ist, oder besser: sein kann?

Meditation ist nur eine leere Worthülse. Über Hunderte Jahre ausgelutscht. Verwässert. Durch Millionen private Interpretationen verwirrt.

Ihr ganzer Tag kann Meditation sein. Ihre ganze Arbeitswoche. Ihr ganzes Leben.

 
 

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