Vor Freude glucksend

12.03.2012
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Hat mich soeben eine von Ihnen mahnend getadelt. Mich korrigiert. Zurechtgewiesen. Da hatte ich doch am 27. 01.12 unvorsichtig formuliert: "und ob man im Alter von 65 noch das Joggen beginnt...". Der Satz klang zweifelnd. Sollte er auch.

Die Dame rückt schriftlich mein Weltbild zurecht:

"Meine Schwiegermutter fing 60 jährig mit dem Joggen an. Heute, mittlerweile ist sie 77, absolviert sie jedes Jahr den 100 km von Biel, den Marathon von Köln und zweimal den 12-Stunden-Lauf. Dazu kommen noch jede Menge Kurzläufe. Es ist nie zu spät mit dem Laufen anzufangen."

Rrums! Das hat gesessen. Da werde ich schamrot. Ich ziehe alle meine Zweifel zurück und verneige mich. Ganz tief.

Erinnert mich an die 64 jährige Lehrerin. Die ich in Passau an die Hand nahm und mit ihr 30 Minuten joggte. Sie erstmals im Leben. Und die dann begeistert ausrief: "Wenn das so leicht ist, dann kann auch ich Marathon laufen." Recht hatte sie.

Weshalb ich mir dann den zweifelnden Satz am 27.01.12 erlaubt hatte? Ach, wenn Sie wüssten, was ich jeden Tag lesen muss. Von gescheiten Journalisten zum Beispiel. Die mich einen kompletten Spinner nennen. Alten Leuten das Laufen beibringen zu wollen. Die von Gelenken, mürben Knochen, Überforderung schwadronieren.

Ihnen und mir Senior ist Lebensglück und Lebensenergie etwas Selbstverständliches. Ob mit 15 oder mit 85. Jedes Reh beweist uns, was normal ist. Aber es gibt halt um uns herum so viele gescheite Leute...