Vorbild sein

10.11.2009
Drucken
 

Es gibt doch immer noch Eltern, die glauben, dass man Erziehung lernen kann. Aus Büchern. Die an ein Lehrfach wie Pädagogik glauben. Die schlicht nicht wissen, dass jedes Kind im Alpha-Zustand lebt. Und genau deshalb wahrhaft im Jetzt lebt. Wir älteren irren vorwärts und rückwärts durchs Leben. Etwas ganz Anderes.

Und dass Kinder im Alpha-Zustand wissen. Die riechen förmlich. Die kennen die Gedanken der Eltern. Von den Worten verstehen die höchstens die Klangfarbe. Die verräterische. Will damit sagen:

Kinder imitieren Ihre Gedanken. Kopieren Ihr Lebensgefühl. Und genau deshalb ist das innere (!) Vorbild der Eltern so entscheidend.

An diesem Punkt der Pädagogik knabbern auch Erwachsene. Lese ich doch im Forum diesen wunderschönen Beitrag von einem jungen Mann, der verstanden hat. Übrigens Kompliment. Der doch tatsächlich versucht - stellen Sie sich vor! - daraufhin andere Menschen zu überzeugen. Mit Worten. Mit der Vernunft. Und prompt Schiffbruch erleidet. Lesen Sie selbst:

"In der Firma haben wir heftig Stress, dauerhaft, nach Ernährungsumstellung und begonnener Aufpäppelung mit Vitaminen und Mineralstoffen vor vier Wochen macht mir der Stress nun (fast) nichts mehr. Habe ich einer Kollegin am Freitag erzählt, die den Stress sehr schlecht verträgt. Ich spinne, meint sie, ich erzählte ihr ein wenig mehr, faselte von Magnesium und Co., da rauschte sie ab, fast beleidigt, meinte, das könne nicht helfen, so einen Quark höre sie sich nicht an. Heute hat sie sich krank gemeldet.

Wer spinnt denn nun? Ich verstehe die Welt nicht mehr".

Junge - mit dem Problem kämpft jeder Arzt. Wissend, dass gute Ratschläge zu einem Ohr hinein und zum anderen Ohr hinaus gehen. Durchrauschen. So erst letzte Woche eine Mutter (selbst in psychiatrischer Behandlung) mit ADHS-Kind, der ich die wissenschaftlichen Beweise vorgelegt habe, dass Magnesium das Problem löst, ganz empört "wenn das so einfach wäre, würden das ja all die Spezialisten, bei denen ich vorher war, auch wissen".

Tja.

Dem jungen Mann, der inzwischen stressresistent geworden ist, kann ich nur raten: Vorbild sein. Vorleben. Souverän lächeln. Genau so übrigens sollten doch eigentlich wir Ärzte unser Wissen vermitteln: Vor-leben.

Nun ja.

Mein guter Rat an jeden von Ihnen: Bleiben Sie zunächst bei sich. Bemühen Sie sich um sich selbst. Kümmern sich dann um das unmittelbare Umfeld. Ihre Familie. Und sind Sie einfach nur dankbar überrascht, wenn Ihr überzeugendes Vorbild den einen oder anderen Mitmenschen ansteckt. Lassen Sie es dabei

 
 
 

News Schlagwörter