Warum?

01.11.2013
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Warum kann eigentlich das reichste Volk der Welt, die Deutschen, mit dem besten Gesundheitssystem der Welt, dem deutschen, den prozentual höchsten Sozialgeschenken der Welt und mit einem Millionenheer von ausgebildeten, studierten Experten...

Weshalb kann dieses Volk nicht rundherum pumperlgesund und glücklich sein?

Warum leidet die Mehrzahl dieses Volkes? Weshalb bekommen auch in diesem Jahr wieder 460.000 Menschen die schlimmste aller Krankheiten, Krebs? Weshalb wird die Anzahl der Zuckerkranken, jetzt schon knapp 8 Millionen, unerbittlich weiter ansteigen? Weshalb gibt es Hunderttausende von Schlaganfällen, von neu Erblindeten, von Demenzerkrankten?

Was ist hier eigentlich los? Was stimmt hier gedanklich nicht? Denn die Voraussetzungen, also die finanziellen Mittel und den guten Willen hätten wir doch. Das ist nicht überall auf der Welt so, wie Sie wissen.

Des Rätsels Lösung? Da brauchen Sie nur auf einen einzigen Fragebogen zu gucken. Und alles wird Ihnen klar. Den Patientenfragebogen vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Eine hochsolide Adresse. Da geht es um den DEUTSCHEN DIABETES RISIKOTEST.

10 Fragen. 5 davon darf ich herausgreifen und kommentieren. Bitte reiben Sie sich die Augen erst nachher:

  • Fleischkonsum. Wie oft pro Woche essen Sie Fleisch? Am besten dran, also keinen Diabetes bekommen die, die kein Fleisch essen. Und am schlechtesten bewertet wird "mehrmals täglich" Fleischkonsum. Die hätten das größte Risiko, zuckerkrank zu werden. Zucker bekommt man also von Eiweiß. Toll!
  • Kaffee. Wie viel Tassen Kaffee trinken Sie am Tag? Am besten, am günstigsten, am geringsten ist Ihr Diabetesrisiko wenn Sie mehr als 5 Tassen täglich trinken. Und Zuckerkrankheit-gefährdet sind Sie, wenn Sie gar keinen Kaffee trinken.
  • Rauchen. Wenn Sie weniger als 20 Zigaretten am Tag rauchen, ist das genau so günstig wie nicht zu rauchen.
  • Alkohol. Wie viel Gläser trinken Sie täglich? Wer keinen Alkohol trinkt, hat das höchste Risiko, Diabeteskrank zu werden. Wer 1-4 Glas pro Tag trinkt, ist am besten dran: Kein Diabetesrisiko.

Ich weiß, ich weiß. Ich hab's auch nicht geglaubt. Der Patientenfragebogen liegt aber gedruckt vor mir. Gerne als Kopie abrufbar.

Ich versteh's auch nicht. Habe aber zunehmendes Verständnis und Mitleid mit meinen kranken Mitmenschen. Hier also Diabetikern. Wahrscheinlich gibt es ähnliche Richtlinien für jede andere Krankheit. Und das erklärt die fassungslosen Eingangsfragen.

Ausweg? Kümmern Sie sich um sich selbst. Da haben Sie genug zu tun. Vielleicht stecken Sie ja wenigstens Ihre unmittelbare Umgebung an. Wenn das jeder täte...

 
 
 

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