Was die Süddeutsche verschweigt…

18.01.2015
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Gestern hat sie uns ja dankenswerter aufgeklärt. Die Süddeutsche. Das Fachblatt der bayerischen Intellektuellen: Der Verzicht auf Kohlenhydrate bringe keine Gesundheitsvorteile. 

Ganz im Gegenteil: Low carb mache sogar krank. Wurde uns verdeutlicht an zwei Schrottstudien. Dass wir uns hier recht verstehen: Bevor man das Wort „Schrott“ in den Mund nehmen darf, muss man solch eine Studie selbstverständlich sehr sorgfältig gelesen haben. Was die Journalisten natürlich selten tun. 

Auf meinem Schreibtisch liegen Hunderte von Studien. Greif ich einfach eine ganz neue zum Thema  Low carb heraus. Aber diesmal eben: 

Echtes Low carb

Heißt also nicht, wie in der Süddeutschen zitiert, 240g am Tag, nämlich Kohlenhydratmast, sondern heißt

unter 40g täglich

Also echtes Low carb, praktisch no carb. Und hier wurden 148 Patienten nicht nur 5 Wochen (siehe Süddeutsche), sondern ein ganzes Jahr verfolgt. Und wurden in dieser Zeit nicht im Regen stehen gelassen, sondern das ganze Jahr immer und immer wieder beraten und befragt.

Erinnern Sie sich? Die zweite Studie der Süddeutschen? Wo Menschen einmal befragt werden, und dann nach 15 Jahren Todesfälle statistisch aufbereitet werden? In den 15 Jahren hat niemand mit den Patienten geredet, hat Veränderungen des Essverhaltens, der Lebensumstände eben nicht erfasst.

Hier ganz anders: Eine sorgfältige Studie. Bei richtiger Kohlehydratmenge unter 40g am Tag. Und die wurden verglichen mit einer Lowfettdiät (weniger als 30g Fett am Tag), also der von der DGE empfohlenen: reichlich Kohlenhydrate, nur kein Fett. Genauso werden deutsche Diabetiker offiziell beraten. Resultat aus diesem Vergleich: 

Die Low carb Gruppe zeigte

  • stärkere Gewichtsabnahme
  • stärkere Körperfettreduktion
  • stärkere Cholesterinabsenkung
  • stärkere Absenkung der Triglyceride
  • stärkerer Anstieg des guten Cholesterin

Als Fazit findet sich die hübsche Formulierung: die Einschränkung von Kohlenhydraten mag eine Möglichkeit sein für Menschen, die Gewicht abnehmen möchten und ihre kardiovaskulären Risikofaktoren reduzieren möchten.

Ist das nicht hübsch formuliert?

Quelle: Ann Intern Med. 2014; 161(5):309-318.  doi:10.7326/M14-0180

Nachtrag: In dem Stapel Arbeiten auf meinem Schreibtisch findet sich gleich drunter der Beweis, dass trainierte Offroad-Biker durch Keto-Diät

  • ihr Gewicht verringern
  • die Zusammensetzung des Körpers optimieren
  • ihr Blutfett-Profil verbessern
  • ihren VO2max steigern
  • die maximale Arbeitskapazität steigern

Also alles höchsterwünschte Ziele. Wie meint die deutsche Krebsgesellschaft, also PD Dr. Jutta Hübner? Sie hält diese Art der Ernährung für gefährlich und man würde „Kraft verlieren“. Gegenteil längst bewiesen.

Quelle: Nutrients. 2014 June 27; 6(7) 2493-2508

Und das geht endlos so weiter. Jede Menge Studien. Über welche die Süddeutsche selbstverständlich nie berichten wird. Das Wort Pressefreiheit in Deutschland lässt mich oft genug schallend lachen…

 
 
 

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