Was ist denn das richtige Bild?

23.06.2018
 

Erinnern Sie sich? Jane Tomlinson, 43 Jahre wurde die berühmteste Krebspatientin Großbritanniens. Sommer 2000 erfuhr sie von ihrem Krebs. Die Ärzte gaben ihr noch ein halbes Jahr. Und sie weigerte sich. Zu sterben. Wurde Sportlerin. Radelte quer durch die USA, bestand den Ironman, lief Marathon. (News vom 01.04.2014)

Und wurde von Medizinern gerügt: ihre Aktivität vermittle ein falsches Bild der Krebskrankheit.

Oh! Was ist denn das richtige Bild der Krebskrankheit? Da hilft uns weiter möglicherweise die Pharmabranche (Zitat aus WamS):

"Das große Interesse der Pharmabranche an der

schwer zu bekämpfenden, lebensbedrohlichen

Krankheit ist verständlich. Neben Aids und Demenz

bieten nur wenig andere Krankheiten noch die

Chance auf große Markterfolge. Der Weltmarkt für

Krebsmedizin soll Schätzungen zufolge bis 2010 auf 66 Milliarden

Dollar steigen. 2006 waren es 31 Milliarden

Dollar. Allein in Deutschland erkranken jährlich mehr

als 420.000 Menschen an Krebs."

Meinen die kritischen Ärzte solche Texte, wenn sie vom richtigen Bild der Krebskrankheit sprechen?

Oder gar folgendes: Die Firma Bayer plante mit dem Krebsmittel Nexavar über eine Milliarde Euro Umsatz. Wird auch bei Leberkrebs gegeben. Verlängert das Leben der Krebspatienten um knapp 3 Monate. Bedeutet, dass die Überlebenszeit von 7,9 Monaten auf 10,7 Monate mit Nexavar ansteigt.

Überlebenszeit? Hier wird wohl das grauenvolle Sterben um drei grauenvolle Monate verlängert. Meinen das die Mediziner, wenn sie von "richtigem Bild der Krebskrankheit" sprechen und die Sportlerin Tomlinson kritisieren?

Die Geschäfte der Firma Bayer (und jeder anderen Pharmafirma) mit Krebskranken sind deswegen so aufregend, weil wir doch längst aus der berühmten Quidong‐Studie (China) an 20847 Menschen wissen, dass Leberkrebs bei gefährdeten Patienten (!) um 40 Prozent verhindert wird allein durch Selen.

Krebs wird verhindert. Nicht der Todeskampf um 3 Monate verlängert. Ein völlig anderer Gedanke.

Weshalb schreien Sie eigentlich immer erst, wenn es zu spät ist. Und überlesen solche epochalen Studienergebnisse genau so grob fahrlässig wie die Bild???

Meinen Cousin hat das ähnlich aufgeregt wie mich (News 31.07.2017). Er kannte sich mit Selen aus. Nur leider ist Prof. Dr. med. Detlev Thilo-Körner kürzlich – hoffentlich nicht resignierend – von uns gegangen.

 
 

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