Was ist Essen?

28.05.2012
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Der Titel lehnt sich bewusst an die Frage "Was ist Leben" des meistzitierten Physikprofessors E. Schrödinger (Nobelpreis 1933) an. Das in meinen Augen wichtigste Büchlein des zwanzigsten Jahrhunderts. Mit den entscheidenden letzten sechs Seiten. Der Bezug hat natürlich einen geheimnisvollen Grund...

Was wir essen? Im Grunde essen wir Pflanzen. Natürlich auch Fleisch oder Fisch, aber wenn Sie nachdenken, isst dann eben der Fisch vorher die Algen. Und isst unser Rind vorher das Gras. Selbst wenn wir ein Raubtier essen, hat das wiederum ein anderes Tier und jenes schlussendlich eben auch wieder nur Pflanzen gegessen. Der Mensch ernährt sich, bezieht seine Energie also aus der Pflanze.

Und wo hat die Pflanze ihre Energie her, die sie dann dem Menschen zur Verfügung stellt? Von der Sonne. Aus dem Sonnenlicht. Durch Photosynthese wird in der Pflanze aus CO2 und Wasser...Zucker. Kohlenhydrate. Als häufigstes Kohlenhydrat übrigens die Zellulose, also das Stützkorsett der Pflanzen, welches wir Menschen gar nicht verdauen können.

Wenn man genau hinguckt, ernähren wir Menschen uns also von Sonnenlicht. Das ist nicht esoterisches Geschwafel, sondern Biochemie. Exakte Wissenschaft. Man ist versucht, den Menschen also ein Sonnenkind, ein Sonnenwesen zu nennen. Wenn man da nur nicht gleich lächeln müsste.

Das bisher gesagte stimmt nur zur Hälfte. Stimmt dann, wenn man den Menschen als Dampfmaschine, als Wärmekraftmaschine betrachtet. Die von der Sonne kommende Pflanzenenergie lässt den Menschen sich bewegen und Wärme erzeugen. Der entscheidende Punkt wurde aber bisher noch nicht erwähnt.

Um den hat sich der Nobelpreisträger Schrödinger gekümmert. Der Mensch isst nämlich noch etwas: Ordnung. In der Sprache der Physiker: negative Entropie. Der Mensch, jedes Lebewesen widersteht dem heiligsten aller Gesetze, dem zweiten Hauptsatz, der da lautet, dass alles im Universum dem Chaos zufließt. Der berühmte Zeitpfeil: Immer wird aus Ordnung Unordnung. Aus einem steinernen Haus wird im Laufe von Jahrhunderten...Staub. Auch aus den Pyramiden wird schlussendlich ein großer Haufen Sand, der vom Winde verweht wird. Dieses eherne Gesetz gilt...

...nicht für den Menschen. Solange wir leben, zerfallen wir eben nicht. Wir widersetzen uns dem obersten Gesetz der Natur. Dieses Geheimnis hat Schrödinger fasziniert und formulieren lassen: In jeder unserer Zellen sitzt ein extrem stabiles Molekül (ein Gen), welches die Ordnung in der Zelle aufrecht erhält. Gegen jedes Naturgesetz.

Sehen Sie, dafür brauchen wir in Wirklichkeit unser Essen. Unsere Nahrung. Die Pflanze. Das Sonnenlicht. Wir tanken negative Entropie. Ganz einfach: Wir essen Ordnung.

Eigentlich leicht verständlich: Wir essen "Materie in wohlgeordnetem Zustand", verdauen die und geben sie "in sehr stark abgebauter Form" mit einem niedrigerem Ordnungsgrad wieder von uns.

Es wird Sie nicht verwundern, wenn ich fortfahre: Kein Mensch versteht, was hier wirklich los ist. Was das für eine unkörperlich übernatürliche Kraft in unserem Essen ist (vis viva, Entelechie usw., usw.). Bis man (auch) in Deutschland 1975 eine aufregende Entdeckung gemacht hat, eine erste Ahnung bekam: Lebendiges strahlt Licht ab. Im UV-Bereich. Das Licht kann man messen. Und das erlischt, wenn der Tod eintritt. Nachzulesen bei Dr. Popp "Die Botschaft der Nahrung".

 

 

 

 

 
 
 

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