Weizen kann noch mehr

18.09.2015
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Bekannt in der Schulmedizin ist die Zöliakie und die Weizenallergie. Für beide gibt es diagnostische Tests. Abhilfe: Weizen weglassen. Glutenfrei essen.

Dummerweise findet sich heute eine dritte Krankheit im Zusammenhang mit Weizengenuss: Die sogenannte

                                                               Glutensensitivität

Dafür gibt es keinen Test. Keine Blutmessung. Na und? Was soll so ein bisschen erhöhte Sensibilität schon ausmachen? Nun, lesen wir es ab:

  • Bauchweh
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Kopfweh
  • Hautausschlag
  • Gelenkschmerzen
  • Depression
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Kribbeln Hände/Füße

Geschätzt wird heute, dass „höchstens“ (in diesem Zusammenhang ein wundervolles Wort: höchstens!) eine von hundert Personen an dieser Glutensensitivität leidet. So Vavricka, Klinik Zürich. Laut Studien sind es 0,5 bis 6% Betroffene.

Weshalb ich Ihnen etwas so Langweiliges erzähle? Weil der Clou erst kommt. Denn Wilhelmi (Zürich) vermutet, dass hier gar nicht das Gluten schuld sei, sondern die Fodmaps.

Ein neuer Begriff. Eine Reihe von Kohlenhydraten, die in vielen Nahrungsmitteln vorkäme. Und jetzt wird es spannend: Nämlich in

  • Apfel
  • Teigwaren
  • zuckerfreie Bonbons
  • Milch
  • Fruktose              
  • Vielfachzucker im Weizen

Wie soll man sich hier noch auskennen? Wie kann man dem Ganzen entrinnen? Auf der Suche nach einem Kompass, einer einfachen Lebensregel werden Sie, liebe geschulte Leserinnen und Leser, selbstverständlich schnell fündig.

Der normale Arzt an normalen Kliniken (wie in Zürich) tut sich da sehr viel schwerer.

Denn all das Aufgezählte ist ja wieder einmal nichts anderes als „genetisch nicht korrekt“. Ein Affe käme gar nicht in die Versuchung (Ausnahme süßes Obst. Aber das bekommt er auch nicht täglich).

Wieder so eine durchaus quälende Krankheit. Wieder so ein völlig überflüssiges Krankheitsbild. Überflüssig für den, der begriffen hat „jeder Aff weiß Bescheid“. Sie dürfen selbstverständlich auch Paleo sagen, wenn Ihnen das besser gefällt.

 

Quelle: Die WELT 18.08.2015

 
 
 

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