Wer kämpft gegen Vitamine?

03.02.2009
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Da lese ich soeben eine hübsche Zusammenfassung amerikanischer (nicht deutscher!) Studien über Vitamine und Herzinfarkt. Der Text ist so elegant geschrieben, dass ich ihn wörtlich wiedergebe:

Die MONICA-Studie der Weltgesundheitsorganisation, an der 16 europäische Länder teilnahmen, kam zu ähnlichen Resultaten: In 87% der Fälle konnte man das Herzinfarktrisiko mit zu niedrigen Vitamin-E- und –C-Werten im Blut in Verbindung bringen. Weitere Studien zeigten: Niedriges Vitamin C und Beta-Carotin im Blut führen zu einem 4,2fachem Anstieg des Schlaganfallrisikos.

Zwei Harvard-Studien an 87.000 Krankenschwestern über acht Jahre und an 40.000 Ärzten zeigten: Das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann um 41% gesenkt werden, wenn 100 bis 200 mg Vitamin E täglich gegeben wurden. Vitamin-E-Einnahmen über 200 mg zeigten dabei die beste Risikominderung. Die Sterbehäufigkeit sinkt um circa 34%.

Eine 1996 ausgewertete Studie mit 2.200 Patienten der Cambridge University zeigt, dass die Risikominderung bei schon bestehenden Herzerkrankungen gegen einen erneuten Herzinfarkt mit 400-800 mg Vitamin E um 75% gesenkt werden kann. Diese Studien rückten Vitamin E in das Zentrum der therapeutischen Maßnahmen zur Senkung des Herzinfarktrisikos. Sie lassen keine Wünsche über Beobachtungszeitraum, Patientenzahl, Studienzentrum oder Publikationsort offen.

Eine Auswertung für die US-Regierung (Practon-Studie) errechnete, dass durch die zusätzliche Einnahme von Vitamin C und E Einsparungen von 8 Milliarden US-Dollar bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erzielen sind. Vitamine sind keine Alternativmedizin, sondern funktionieren auf naturwissenschaftlich-nachprüfbare Weise und sind somit Teil der Schulmedizin.

Diese Tatsachen standen schon vor 10 Jahren fest. Patienten mit Herzkrankheit können also einen Herzinfarkt zu 75% verhindern. Mit Vitamin E. Was glauben Sie, was die Chefs der großen Pharmafirmen denken, die Cholesterinsenker für Milliarden Dollar pro Jahr verkaufen. Gegen Herzinfarkt. Mit deutlich schlechterem Ergebnis. Ich weiß was die tun: Die investieren Geld.

Vielleicht ahnen Sie jetzt, warum Sie in letzter Zeit so merkwürdig negative Kommentare über Vitamine gelesen haben. Alles Resultate von merkwürdigen Studien, die schon ein mittelmäßiger Medizinstudent durchschaut.

Quelle: Natürlich wieder Andreas Jopp, einer der besten Vitaminkenner Deutschlands. In seinem hochspannenden Büchlein „Aminosäuren und Hormone in der HIV-Therapie“.