Werbung

22.11.2010
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"Süße Werbung, dicke Folgen" titelte ein Artikel in der WAMS am 07.11. Sollte man Werbung für Zuckerwaren, für Zuckergetränke verbieten? Weil die ja eindeutig an unserem Rekord, das fetteste Volk Europas zu sein, beteiligt sind? Und da antwortet eine Woche später Frau Dr. Christel Happach-Kasan von der FDP. Ambivalent. Typisch Politiker.

Zuerst behauptet sie, dass Werbung nicht am Konsum Schuld sei. Werbung müsse man nicht verbieten. Wörtlich "Süßigkeiten werden gekauft - ob sie beworben werden oder nicht".

Wie kann man nur, Frau Dr. Happach-Kasan. Werbung wird betrieben, damit und weil dann gekauft wird. Sonst brächten wir doch gar nicht zu werben. Wie kann man so banalen Unfug behaupten. Selbstverständlich führt Werbung zum Ziel: Es werden mehr Süßigkeiten gekauft.

Dann aber zeigt Frau Dr. Happach-Kasan bemerkenswerten Überblick. Übergewicht über Ernährung und Verbot zu steuern hält sie, genau wie ich übrigens, für praktisch nicht möglich. Wenn es um ein ganzes Volk geht. Wer Nein sagt, hat verloren. Immer. Man muss Ja sagen. Und das Ja in diesem Zusammenhang heißt Bewegung. Zu diesem Thema prägt sie bemerkenswert klare Sätze:

"Kinder essen nicht mehr als früher, sondern sie bewegen sich weniger. Bewegung, die Beherrschung des eigenen Körpers, Sport in der Gemeinschaft machen Spaß, bringen Lebensfreude. Bewegungsmangel bedeutet somit nicht nur, dass weniger Kalorien verbraucht werden, mit der Folge von Übergewicht, sondern bedeutet auch einen Verlust an Lebensfreude"

Wie wahr. Bewegung bringt Lebensfreude. Genau der Ansatz der Frohmedizin. Zeige den Menschen den Gewinn, das Mehr an Lebenslust und Lebensfreude durch Bewegung und sie werden dir folgen. Und ohne dass darüber gesprochen wird, ohne pädagogischen Impetus löst sich die Drohmedizin, löst sich das Problem Übergewicht ganz von allein.

Eine FDP, die auf die Karte "Bewegung bringt Lebensfreude" setzen würde, hätte vielleicht doch noch eine Überlebenschance ...?

 

 
 
 

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