Weshalb es Krieg gibt.

26.05.2010
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Schon resigniert? Oder wundern auch Sie sich noch manchmal, weshalb es immer, immer, immer wieder Krieg gibt. Weshalb wir Menschen uns gegenseitig töten.
Darf ich?

Die Quantenphysik sagt uns doch: Unser Bewusstsein schafft die Realität. Philosophen sagen uns: Wahr wird, stärker wird, an Kraft gewinnt alles das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Esoteriker erklären uns, dass unser Unterbewusstsein die Realität schafft.

Stimmt.

Woran also denken wir offenbar gerne? So leid es mir tut: An das Böse. An das Schlechte. An das Gemeine. An das Hämische. Im Endeffekt wird daraus eben Krieg.

Das kann man ganz lieb und wertneutral an einer kleinen aktuellen Story nachvollziehen: Fernsehen. SWR. Da gibt es einen Journalisten, der schon 2007, dann erneut 2010 sogar zweimal, eine sensationelle Enthüllungsstory über Vitamine kreiert hat. In seinen Worten "Die Vitaminfalle" oder "Krank durch Vitamine". Vitamine jedenfalls ließen Sie früher sterben.

Wie kommt der darauf? Der muss Geld verdienen. Er braucht sensationelle Sendungen. Er braucht Quote. Alles verständlich. Und dann sucht er eben und richtet sein Bewusstsein, sein Denken auf ... den Tod. Das kommt immer an. Und da hat er auch Recht: Er weiß nämlich, dass es Kriege gibt. Schon immer. Also das Böse. Dass also wir Menschen uns gerne mit dem Bösen beschäftigen. Er bedient uns nur.

Und verkündet den staunenden Deutschen, dass er lange herumgereist sei und schlussendlich jemand gefunden hätte, der statistisch beweist, dass Vitamin E das Todesrisiko um 4 Prozent erhöht. Wow!

Er hätte ja auch den Vitamin-Bestseller aufschlagen können. Der heißt "Topfit mit Vitaminen". Bei dtv. Dort hätte er auf Seite 148 vier Groß-Studien gefunden mit 143466 Teilnehmern. Groß-Studien, in denen bewiesen wurde, dass

Vitamin E die Sterbehäufigkeit
um 30 - 65 Prozent senkt.

So die jedem zugängliche gute Nachricht. Tatsächlich aber verkündet seine Sendung im SWR, dass Vitamin E die Sterblichkeit um 4 Prozent erhöht. 4 Prozent böse, gegenüber 50 Prozent gut! Das Gute wäre eine Sendung wert, aber ... uninteressant.

Je älter ich werde, desto mehr interessiert mich die Denkweise hinter den Fakten. Ist das nicht eigentlich hochinteressant?