Wie machen Sie das?

07.02.2019
 

Ein mir völlig neuer Zugang zum Patienten in der Welt der Psychiatrie. Normalerweise lässt der Arzt sich das Leid beschreiben (Depression, Schizophrenie, Psychose…), ordnet es laut Diagnoseschlüssel ein und schlägt dann etablierte Medizin vor: Das Gespräch? Psychopharmaka?

Wer von NLP gehört hat, weiß, dass es auch andere Zugänge gibt. Stichwort Milton Erikson: „Therapie in Trance“. Ein Wunderheiler im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt über ihn und seine Methoden einige wenige Bücher. Muss man gelesen haben.

Ein anderer, sehr viel einfacherer Zugang, den ein bekannt spöttischer Mathematiker ersonnen hat (ich meine Richard Bandler), beschäftigt sich mit dem Patienten direkt. Aber mal ganz anderes.

 

Man interessiert sich für den seelischen un-Zustand. Man frägt einfach:
Wie machen Sie das? Hübsches Beispiel, nur angedeutet. Eine Dame bekommt psychotische Episoden, wenn sich jemand verspätet. Heißt praktisch: Sie bricht zusammen, ballt die Fäuste, bis ihre Knöchel weiß werden und krümmt sich auf dem Boden.

 

Na gut. Kann man „abdämpfen“ mit Psychopharmaka. Man kann aber auch fragen

 

Wie machen Sie das?

 

Interesse schmeichelt jedem Menschen. Also fängt die im Alltag ja völlig normale Patientin an, zu beschreiben, wann sie eine psychotische Episode hat. Da muss sie erst mal eine Verabredung treffen. Einverstanden. Muss dort hingehen und warten. Einverstanden.

 

Frage: Genügt 10 Minuten Verspätung? Werfen Sie sich dann auf den Boden?

Nein, nein meint sie. Das müssen Sie langsam vorbereiten! Da müssen Sie sich Stück für Stück hineinsteigern.

Und dann zeigte sie Schritt für Schritt wie sie das schafft: Zusammenzubrechen, dann die Fäuste zu ballen, bis die Knöchel weiß werden, dann sich auf den Boden zu krümmen und so weiter.

 

In dem Moment war die Dame geheilt. Verstehen Sie. Ihr wurde bewusst, was sie da bisher, an der Vernunft, an der Ratio vorbei mit panischen Gefühlen produziert hatte.

 

Außergewöhnlich. Wenn Sie also das nächste Mal mit Bauchschmerzen zu mir kommen, frage ich: Wie machen Sie das? Erst haben Sie keine, dann haben Sie Bauchschmerzen. Wie schaffen Sie das?

Wenn Sie mir dann erzählen, weil Sie Milch trinken oder Weizen essen, werde ich das solange wiederholen, bis Sie verstehen. Und Sie sind geheilt.

 

Oder bei Depression. Wie machen Sie das? Nun, „da muss ich an diese oder jene Situation denken“. Beispielsweise, wie ich meine Mutter, schwer krank, gepflegt habe. Lässt man Sie diesen Satz, diesen Auslöser immer und immer wieder wiederholen, geht Ihnen wahrscheinlich ein Licht auf. Wenn ich an was anderes denken würde, wäre ich vielleicht nicht depressiv. Und so weiter und so weiter.

Richard Bandler (in diesem Fall “time for a change”) ist ein unerschöpflicher Brunnen.

 
 

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