Wie "macht" man einen Bestseller?

07.04.2013
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Können Sie studieren am hochgelobten Buch "The End of Illness" also das "Leben ohne Krankheit" von David Agus.

Ein zunächst sehr vernünftiger Ansatz. Entscheidend sei das eigene Verhalten, das maßgeblich über Krankheit oder Gesundheit bestimme. Man müsse sich bewegen und gesund essen. Im Grund Epigenetik. So weit, so gut. Nur eben...langweilig. Kein Bestseller.

Perfekt herausgearbeitet in einem Interview (FAS), als der deutsche Journalist fragt: "Gesunde Ernährung, nicht rauchen, wenig Stress, Bewegung - viele Ihrer Empfehlungen sind Allgemeinplätze". Ja eben, zwar richtig, würde Krebs und Herzinfarkt verhindern, aber langweilig.

Da hat David eine geniale Idee. Verrät damit zwar die Medizin, seinen Eid, hat aber einen Bestseller. Er propagiert einfach für jeden gesunden Menschen zeitlebens zwei Tabletten. Sie sollten nehmen:

  • ASS (Aspirin)
  • Statin (Cholesterinsenker)

Genial. Darauf springt jeder Journalist an. Weil ungewöhnlich. Ein Gag. Und prompt ist er in der Presse. Genial. Auf einen Schlag hat er die 100 Milliarden-Pharmaindustrie hinter sich. David Angus hat das Großkapital im Rücken. Und wird prompt auf jeden medizinischen Kongress eingeladen. Wer finanziert die Kongresse? Die Pharmaindustrie. Und wird prompt in medizinischen Fachzeitschriften besprochen. Wovon leben die? Von Pharma-Annoncen.

Zur Erinnerung: ASS tötet jährlich tausende Menschen (Schlaganfall, Magenbluten). Ist Angus natürlich bekannt. Das müsse man in Kauf nehmen, meint er. Dass Omega 3 nachweislich sogar noch mehr positive Wirkungen verglichen mit ASS hat ohne jede Nebenwirkung...verschweigt er. Damit wird kein Geld verdient. Das holt auch keinen Journalisten hinter dem Ofen hervor.

Zur Erinnerung: Statine haben zehntausende von Menschen getötet. Stichwort Lipobay der Firma Bayer. Der Skandal wurde mit hunderten Millionen US-Dollar unter den Tisch gekehrt. Selbstverständlich finden Sie im Waschzettel jedes Statines genau die gleichen Nebenwirkungen. Aber: Wer weiß schon, woran der 72-jährige mit 7 ach so notwendigen Tabletten stirbt. Dabei können selbst die Herstellerfirmen nicht umhin, zu zugeben, dass Statine nur in ca. 2% der Fälle wirken. 98% der Patienten schlucken's umsonst. Es gibt genügend Ärzte, die glauben, die Verschreibung von Statinen wäre im "normalen" Leben strafbar. Das wirklich Schlimme daran ist: Omega 3 wirkt 20 mal stärker gegen Herzinfarkt als Statine. 20 mal! Nachzulesen bei Prof. Halle, News vom 29.01.13. Ohne jede Nebenwirkung. Nur: Statine sind ein Milliarden Dollar Markt.

Deswegen hat mich das Buch von David Agus so empört. Und selbstverständlich kann ein Autor (immerhin Onkologe und Professor an der University of California) der sich von der Pharmaindustrie umarmen lässt, mit Vitaminen nichts am Hut haben. Vitamine würden, so prompt Agus, nichts nützen oder sogar schaden. Und woher weiß er das? Aus genau dieser Hand voll Schrottstudien, die an dieser Stelle längst ausführlichst besprochen sind. Einmal Zeile für Zeile von mir gelesen und kommentiert wurden.

Sie erinnern sich: Die wichtigsten zwei Schrottstudien stammen von 1994 und 96. Betacarotin macht Lungenkrebs. Inzwischen zwar widerrufen, von der Studienleitung mit rotem Kopf mit "das würden wir heute nicht mehr sagen" kommentiert, aber...wer weiß denn das (News vom 10.04.13).

Also noch einmal ganz langsam: Laut David Angus ist die Großchemie (Statine) gut für Dich, Vitamine (Natur) aber schlecht. Persönliche Erfahrung (kennen Sie das auch?) widerlegt ihn. Eine glatte Unwahrheit (siehe News vom 17.09.08, www.drstrunz.de).

 

 

 
 
 

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