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Wie soll ich mein Kind ernähren?

01.06.2020 | Strunz
 

Werde ich fast täglich gefragt.

Weshalb schreiben Sie kein Buch über Kinder? Wird dann nachgeschoben. Regelmäßig antworte ich mit einer nichtssagenden Floskel. Nur manchmal –genervt – rutscht mir ein bisschen Wahrheit heraus.

Man kann immer nur lernen. Im Moment von Manfred Steffny, Olympiateilnehmer Marathon, Herausgeber des eindeutig besten Laufmagazins SPIRIDON. Der inzwischen, bald in meinem Alter, das Antworten gelernt hat. Es sogar zur Kunstform entwickelt hat. Möchten Sie mal mitlächeln?


Frage:
Ich vermisse einen Laufschuhtest über Kinderlaufschuhe in SPIRIDON. Da könntet Ihr mal was bringen.

Antwort Manfred Steffny:
Gegenfrage, wer soll die testen? Grundschüler, deren Füße noch wachsen und die das überhaupt nicht beurteilen können? Oder Oma und Opa, die Laufschühchen Größe 28 in Pink fürs Mädchen und Blau für den Jungen einkaufen?


Lange nicht mehr so schallend gelacht. Was für eine Antwort. Sehen Sie, genau die gleiche könnte ich Ihnen geben, die Sie mich nach Ernährung für Kinder fragen.

Wer soll das testen? Wer soll hier Fragebögen ausfüllen, wie er sich fühlt? Bei wem sollte man da regelmäßig Blutanalysen machen?

Diese Antwort, genau wie die Steffnys, sollte Sie nachdenklich werden lassen. Wenigstens. Das wirklich Schlimme an Ihren Fragen ist, dass ich sie ja längst beantwortet habe. In meinen Büchern, in diesen News.


Nachschlagen? Nachlesen? Ist das wirklich zu viel verlangt von Ihnen?
Die Digitalisierung wird auch gekennzeichnet durch das unreflektierte Herausplärren. Mir gefällt was nicht an einem Politiker, ein Satz, und innerhalb von 10 Sekunden geb` ich meine Meinung dazu.

Erst mal nachdenken? Mal nachschlagen, nachlesen? Die Zeiten sind vorbei.


Dabei haben Sie mein volles Verständnis und Mitgefühl. Auch in meinem Haushalt sind zwei Kinder aufgewachsen. Aus meiner Sicht heute haben wir viel, viel falsch gemacht, auch, weil ich mich überhaupt nicht kümmern … konnte. Daran sind SIE schuld. Wissen Sie genau.

Seltsam. Dennoch ist das Ergebnis höchst zufriedenstellend. Habe ich ja täglich vor Augen. Seltsam. Nachgedacht?

Komm ich zu den zwei Antworten. Den zwei Lösungen. Wie sollten Sie denn Ihre Kinder ernähren? Ob nun Säugling, Kleinkind, 3-jähriger, 6-jähriger… Das Geheimnis liegt in zwei Sätzen.


  • Kinder sind auch Menschen. Das sollte eigentlich genügen. Wenn Sie glauben, täglich ein Multivitaminpräparat zu sich nehmen zu müssen, dann muss das auch Ihr Kind. Die Dosis? Rechnen Sie ´s nach Gewicht um.
    Wenn Sie glauben, es geht auch ohne, dann behandeln Sie Ihr Kind eben genauso.

  • Das Wissen, was für ein Kind richtig ist, hat nur das Kind. Der kindliche Organismus. Halt. Stopp. Und die Mutter. In den ersten Lebensjahren sehe ich Mutter und Kind als Einheit. Die Mutter „weiß“, spürt, fühlt, handelt intuitiv. Freilich nur dann, wenn sie ihrer Intuition traut. Und nicht durch das ach so gescheite Gehirn, durch Bücher, Ernährungsvorschriften in andere Richtungen gezogen wird.

Das war ´s auch schon. Nur wenn SIE richtig leben, wird auch Ihr Kind richtig leben, ernährt werden. Nur wenn das alles aus Erfahrung und aus Überzeugung in Ihnen gewachsen ist, die Idee der genetisch korrekten Kost, sind Sie in der Lage, das auch aufs Kind zu übertragen. Kindgerecht! Da kann es Abweichungen geben. Einverstanden.

Deshalb nützen Ihnen „wie ernähre ich mein Kind“ – Ratgeber gar nichts. Ihr Kind „weiß“, weil häufig im Alphazustand, weiß um Ihre eigenen Glaubenssätze. Auch was die Ernährung angeht. Und wird nur Ihre Glaubenssätze als richtig akzeptieren.

Und alles andere, aufgepropftes Wissen, als künstlich empfinden. Wohl auch entsprechend reagieren.

Noch so ein Geheimnis: Jetzt könnte man ja stur „genetisch korrekte Kost“ jedem Säugling füttern. Geht in der Regel schief. Denn noch einmal: Es sind Ihre, liebe Mama, Ihre eigenen Glaubenssätze, die für das Kind zwingend richtig sind. Und jeder Mensch hat so seine Eigenheiten, seine persönlichen Erfahrungen auch, was das Essen betrifft.

Ich denke, Sie haben verstanden.

Noch mal was Nettes? In zwei Wochen sitzt wieder eine junge Mama mit der Frage vor mir: „Wie soll ich mein Kind ernähren?“ und in drei Wochen kommt eine schriftliche Anfrage: „Können Sie nicht einmal ein Kinderbuch schreiben?“. Wetten? Des Menschen Wege sind unergründlich…

 
 

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