Wir lieben die Angst

27.03.2009
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Doch, doch! Wie gerne lassen wir uns verunsichern, mit welcher Freude wühlen wir im Bösen.

Glauben Sie nicht? Doch, doch: Sie alle haben verstreut in sämtlichen deutschen Zeitungen vor Wochen von der SELECT-Studie gelesen. In der plötzlich und unerwartet bewiesen sei, dass Selen und Vitamin E eben nicht vor Krebs, hier vor Prostatakrebs schützt.

Hat allem widersprochen, was wir bisher geglaubt und geforscht hatten.

Selbstverständlich drucken die gleichen Zeitungen den soeben erschienenen Gegenbeweis nicht ab. Nachzulesen in J Nat Canc Inst. März 2009;101:306: Dort wurden Genmuster untersucht. Bei Menschen mit Prostatakrebs. Denen 3 bis 6 Wochen Vitamin E plus Selen oder als Kontrolle gar nichts gegeben wurde.

Und man fand in den Genmustern im Prostatagewebe einen himmelweiten Unterschied. Im Gewebe nach Vitamin E plus Selen. Besonders bei dem p53-Gen, einem ganz entscheidenden Aus-Schalter für Krebs.

Auf den Punkt gebracht: „Das Genmuster bei Patienten nach Selen (200µg) plus Vitamin E (400 IE) war identisch mit dem Genmuster von gesunden Menschen ohne Prostatakrebs. Und das nach nur 3-6 Wochen“.

Die zwei Stoffe wirken. Damit bewiesen.

Weshalb sich diese Ergebnisse nicht in Großstudien an 10.000 Menschen ganz einfach nachvollziehen lassen? Na, denken Sie mal nach. Ich als Arzt weiß doch, dass 60% meiner Patienten das Rezept gleich wegwerfen oder die Tabletten nie oder unregelmäßig einnehmen. Glauben Sie wirklich, dass 10.000 Menschen, die über einige Jahre Selen oder Vitamin E einfach so aus Studienzwecken nehmen sollen, die wirklich zuverlässig einnehmen?

Ich halte mich an die Wissenschaft. Ich halte mich an Gewebsproben aus der Prostata und objektive Genanalysen: Selen und Vitamin E wirken.

 
 
 

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