Zu viel Geschwätz

07.08.2019 | Strunz
 

Politiker sind durchaus integre Menschen. Genauso wie Sie und ich. Sind auch des Denkens fähig. Sogar der Selbstkritik. Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, während ich soeben unserem Karl lausche. Gemeint ist Prof. Dr. Karl Lauterbach, Arzt. Aber eben auch SPD-Gesundheitsexperte. Aber eben auch Kandidat für den SPD-Vorsitz. Ein Politiker durch und durch. Als Arzt war er meines Wissens bisher nie tätig. Und der meint doch sehr wohl selbstkritisch:


„Im Gesundheits-System haben wir das gleiche Problem wie beim Klimawandel: Über die Folgen von Bewegungsmangel, Übergewicht und Fehlernährung reden wir viel, es passiert aber wenig.
Wenn wir hier strengere Gesetze machen würden, bliebe die nächste Generation länger gesund“.


Zunächst einmal: Wie wahr. Es wird geschwätzt. Der Orthopäde rät Ihnen: Nehmen Sie ab. Der Internist tut das Gleiche. Der Kinderarzt plädiert für gesunde Kost. Der Krebsarzt rät Ihnen zu mehr Bewegung. Auch unter Chemotherapie. Sie alle…. nutzen die Sprache.


(Bewusst habe ich soeben nicht gesagt: Schwätzen).


Hat´s was genützt? Bisher mit Sicherheit nicht. Deutschland wird immer dicker, isst also immer mehr Falsches, bewegt sich zu wenig.


Genau das meint Prof. Dr. Lauterbach. Genau wie beim Klimawandel, meint er. Wussten Sie, dass bisher 7,1 Milliarden I-phones hergestellt wurden? Die alle Strom verbrauchen? Wenn jeder Schüler, jeder Freitags-Demonstrant sein I-phone auf den Boden legen würde, es entsorgt würde… wäre ein Anfang gemacht, oder?

(Natürlich kostet auch die Herstellung Strom. Und die Millionen Funkmasten. Und das zugehörige Internet mit Millionen von stromfressenden Servern. Mal nachgedacht? Einer der größten Klimakiller).

Nur: Dann gäbe es keine Freitag-Vormittags-Demonstrationen mehr. Kein Handy mehr? Nicht ein Einziger würde kommen. Sind wir beim Thema: Tun statt Schwätzen.


Meint Prof. Dr. Lauterbach. Ich würde ihm glatt Recht geben, ihm zustimmen, wenn da nicht dieses Wort „strengere Gesetze“ wäre. Denn das habe ich langsam gelernt: Gesetze haben wir genug. Sogar sehr gute. Gesetze, die den Umgang untereinander fast perfekt regeln. Den Umgang auch mit Migranten, den Umgang der europäischen Staaten untereinander.

Nur werden die Gesetze leider nicht angewandt. So würde ich Prof. Dr. Lauterbach antworten. Beispiele ersparen Sie mir bitte.

Wir hier in Roth, im Frankenland, sind einen anderen Weg gegangen: Wir haben die Mitmenschen nicht als Untertanen, sondern als Gleichberechtigte behandelt. Wir haben offen mit Ihnen gesprochen, haben Sie dann an der Hand genommen, und sind mit Ihnen durch den ….Park gerannt. Ich meine: Buchstäblich. An meiner eigenen Hand. Haben dann jeden zweiten Tag im Jahr emotional und authentisch Vorträge gehalten. Haben die Menschen berührt. Und sie… mitgenommen.


Ohne strengere Gesetze


Der Mensch ist nämlich der Vernunft fähig. Wenn er richtig angesprochen wird. Inzwischen muss ich das ja nicht mehr erklären: Schlagen Sie einfach eines meiner Bücher auf. Allein die Tonart, allein der Stil unterscheidet sich, wie Sie wissen. Denn es ging ja immer nur um eins:


Sie an die Hand nehmen
Sie mitnehmen
Das Glück, die Gesundheit kommt dann ganz von allein. Oft zu Ihrem großen Erstaunen.


Wir Menschen haben alle ein feines Gespür. Wir wissen genau, wann es jemand ehrlich mit uns meint. Und da haben wir, also Sie und ich, bei unseren Politikern so unsere… Nebengedanken.

 
 

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