Zu viel ist zu viel

11.03.2020 | Strunz
 

Diese schlichte, schon per se richtige Aussage lässt sich zwanglos auf Sie übertragen. Auf Sie, den Patienten, der mir täglich gegenüber sitzt. In der Regel nach einer Ärzte-Odyssee. Bisher konnte eben nicht geholfen werden. Und ich soll´s dann richten?

So heute eine junge Dame. Krebs. Häufig genug. Operiert. Einverstanden. Nur leider, leider …. Metastasen in Lunge und im Knochenmark. Natürlich Chemotherapie. Was sonst?

Kein Mensch ist dumm. Heutzutage weiß jeder Bescheid, kann jeder sich belesen. Und selbstverständlich wusste die Dame über ihre Erkrankung bestens Bescheid. Auch über die Zukunftsperspektive…

Nun gut. Auch wir versuchen zu helfen, wie das jeder andere Arzt in Deutschland auch tut. Nach bestem Wissen und Gewissen. Aber erlauben Sie mir in diesem Fall, mich einmal zu distanzieren. Auch Ihren Blick etwas zurückzunehmen.

Mal abzusehen von dem traurigen Einzelfall und objektiv zu werden. Gucken Sie sich mit mir zusammen die große Blutanalyse einmal an:


  • Eiweiß 5,7 g/dl. Deutscher Durchschnitt ja 7,65. Heißt übersetzt: Ein ganz schwaches Immunsystem. Erinnern Sie sich an Nobelpreis 2018? Worüber wundert sich die Dame dann??
  • Cortisol 143 ng/ml. Soll unter 100. Cortisol zerstört das Immunsystem. Weiß jeder.
  • Testosteron frei 0,5 pg/ml. Soll bis 2,0. Also schwach. Testosteron wirkt anabol, eiweißaufbauend. Heißt Immunsystem-aufbauend.
  • Vitamin B12 222 pg/ml. Sollwert bei mir 2000. Aus gutem Grund. Ohne Vitamine kein funktionierendes Immunsystem. Stichwort erneut „Nobelpreis 2018“.
  • Vitamin K2 unter 100 ng/l. Soll 1000 – 6000. Zusammenhang mit Krebs längst bekannt.
  • Zink 570 µg/l. Soll etwa 1000. Ohne Zink kein Immunsystem. Also Krebs möglich.
  • Vitamin D 36 ng/ml. Immerhin. Soll aber 40 – 80. Zusammenhang mit Krebs längst bekannt.
  • AMINOGRAMM. Praktisch nur Defizite. Katastrophal.

Haben Sie die Absicht dieser News verstanden? Es gibt eben nicht „die eine“ Krebsursache. Also von mir aus die Kohlenhydrate. Oder den zu starken Stress in Ihrem Leben. Oder der Vitamin D- Mangel. Alles sehr wichtige Werte, für jeden einzelnen der Zusammenhang mit Krebs längst bewiesen.

Sondern es gibt immer mehrere, in der Regel viele Gründe. Viele Einzelgründe. Ihr Leben steht auf vielen kleinen Beinen. Hatte ich einmal formuliert. Damals: „Auf jedem einzelnen Bissen Ihres täglichen Essens“. Exakt. Meinte schon Prof. Dr. med. Hippokrates, Universität Kos. Kennen Sie ja langsam.

Also könnte ich auch – wenn ich mich so distanzieren könnte – der Dame sagen: Selbst Schuld. Gucken Sie sich mal Ihre Blutwerte an. Da genügt ja jeder einzelne. Und bei dieser Häufung? Krebs unvermeidlich.

Nur: Erstens tut man das nicht und zweitens stimmt ´s auch nicht. Die Dame könnte ja – zufällig; und ich weiß es nicht – vom stärksten Krebsschutzmittel Gebrauch machen, das es in der Natur gibt. Ein Schutzmittel, das aggressiven Krebs bei jedem anderen Säugetier unmöglich macht. Kennen Sie diese Wunderdroge? Immer noch nicht?


GEBORGENHEIT


Haben Sie auf den Müll geschmissen. Den Glauben. Nennt man Aufklärung und Fortschritt.

 
 

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