Zucker-Demenz

01.10.2014
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Demenz können Sie übersetzen?  Noch? Heißt auf bayerisch Verblödung. Also Zucker-Verblödung. Wenn es im konkreten Fall nicht so dramatisch, so unsäglich traurig wäre... wenn also Ihr eigener Papa Sie nicht mehr erkennt...

Diesen schönen Begriff Zucker-Demenz habe ich von einer bekannten Heilpraktikerin. Die sogar eine recht profunde Ausbildung hatte: Nämlich Biologin. So wie mein Töchterlein. Und die nicht nur so vor sich hin praktiziert, sondern eine chemische Firma besitzt, also Unternehmerin ist. Eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Die schickt mir einen Bericht über Zuckerdemenz mit der Überschrift: „Typ-2-Diabetes lässt das Hirn schrumpfen“.

Solch eine Warnung (Gehirn!) lässt meine Patienten in der Regel kalt. Ja, wenn da stünde „...lässt den Schniedel schrumpfen“... dann wäre vielleicht ein bisschen Aufmerksamkeit, ein bisschen Interesse da. Aber Gehirn? Ich bitte Sie. Dabei ist die Aussage des Artikels ganz dramatisch: Je länger die Patienten diabeteserkrankt waren, je höher der Blutzuckerspiegel, desto kleiner war ihr Gehirn. Hat man an 600 Diabetikern klar zeigen können. 

In Zahlen: Auf 10 Jahre gesehen verloren die Diabetiker so viel graue Hirnsubstanz, dass das Gehirn in diesem Zeitraum zwei Jahre älter war als von gleichaltrigen Nicht-Diabetikern.

Bisher glaubte man, dass der Hirnschaden bei Diabetikern durch die Blutgefäße bedingt sei. Sie wissen ja, dass die Zuckerkrankheit in erster Linie die Innenseite der Blutgefäße schädigt. Sie aufraut. Dann bleibt dort Fett kleben, verstopft das Gefäß, es gibt kleine Schlaganfälle. Das Bild ist bekannt.

In dieser Arbeit wird allerdings betont, dass die Hirnschrumpfung ein direkter Schaden des Zuckers an den Hirnzellen sei. Ganz ähnlich wie beim Alzheimer.

Ganz ähnlich? Erinnern Sie sich? Sie, der Sie ja auf dem allerneuesten Stand der Medizin stehen? (Das trifft auf Ihren Hausarzt eher nicht zu, glauben Sie mir.) Alzheimer heißt heute Altersflecken im Gehirn. Also eine Verbindung von Zucker und Eiweiß, hervorgerufen durch freie Radikale. Simpelste Abhilfe: Einfach keinen Zucker essen.

Erinnert mich: Simpelste Abhilfe bei jedem Diabetes Typ 2: einfach keinen Zucker essen. Das Prinzip Gesundheit, liebe Leser, ist immer das gleiche. Ist ausgesprochen einfach. Es geht hier um einige wenige Begriffe. 

So Begriffe wie Kohlenhydrate oder wie täglich Laufen. Meinetwegen noch: einmal im Leben eine große Blutanalyse, um zu wissen, wo man steht.

 
 
 

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