Zucker macht Karies? Falsch!

02.02.2017
 

Schreibt mir ein Zahnarzt ganz aufgeregt. Seine altmodischen Ansichten seien soeben massiv zurechtgestutzt worden auf einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung. Vertreten war die Crème de la Crème, die Top-Professoren, die sich „unters Volk begaben um die neuesten Gebote zu verkünden“.

So auch eine junge Professorin aus Mainz… und jetzt zitiere ich einfach weiter:

„… die über eigentlich etwas ganz Banales sprach: Ätiologie der Karies. Vor 25 Jahren, als ich noch studiert habe, war die landläufige Meinung: „Zuviel Zucker, zu wenig Zähneputzen – gibt Löcher in den Zähnen!“ 

Nicht so heute! Heute ist man weiter. Heute sind ausschließlich Bakterien schuld!! Bakterien!!!

Und mit diesen Bakterien, bzw. deren Genom hat sich diese junge Frau Professor in den letzten 5 Jahren beschäftigt. Hat deren Genom weitestgehend entschlüsselt. Zumindest 2 Millionen Sequenzen dieses Genoms!! 5 Jahre – 2 Mio. Sequenzen! Um jetzt zu sagen: allein Bakterien sind schuld.

Irgendeiner aus dem Auditorium hat dann gefragt: „Wie wär´s einfach mit weniger Zucker?“

Die Antwort war unerwartet. Die junge Frau Professor meinte: „Ernährungslenkung ist zwar eine nette Idee, bringt uns aber hier nicht weiter!!!!!“

Sie denke da viel eher an eine „Impfung gegen Karies!“ Und die Forschung wäre ja auch schon fast so weit, sie müsste nur noch ein paar Mio-Genomsequenzen entschlüsseln und Bingo! Geschafft! Impfung – alles ist gut! Kein Mensch muss was an seiner Ernährung ändern!

Sie sehen also, das Problem der Karies, immerhin die am weitesten verbreitete Krankheit der Welt, ist so gut wie gelöst! Eine Impfung wird´s richten.

Und eine Professorenstelle rechtfertigt sie außerdem noch!

Sie werden dieses Phänomen der menschlichen Verirrung, der Wirrungen des menschlichen Geistes gerade wiedererkannt haben. Genauso forscht man über den Diabetes. In unzähligen Labors. Dabei bräuchte man doch nur… Kohlenhydrate streichen. Und hätte das Problem aus der Welt geschafft. 

Da forscht man über den Bluthochdruck in unzähligen Universitäten auf dieser Welt. Dabei bräuchte man doch nur … abspecken, und (zu etwa 92%) wäre das Problem aus der Welt geschafft. Über etwas, was nicht existiert, muss man auch nicht forschen. 

Nur unterschätzen Sie hier den letzten Satz oben. Persönliche Eitelkeit (Professorenstelle) schlägt jede Vernunft. Können wir das auch auf die Politik übertragen?

 
 

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