Zucker: Populistische Aussagen

19.02.2016
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Renate Künast hat soeben Zucker den „neuen Tabak“ genannt. Zucker sei also ein Gift und vergleichbar schädlich wie das Rauchen, meint die Politikerin.

„Die Dame hat keine Ahnung.“ Erläutert uns Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ). (Kommentar: Doch doch, die gibt es!) Herr Tissen meint dagegen:

                „Vergleiche wie diese sind Panikmache und führen Menschen in die Irre.“

Denn, so Tissen, das würde uns den Blick auf die tatsächlichen Ursachen der Zivilisationskrankheiten verstellen: Übergewicht könne viele Ursachen haben, meint der Hauptgeschäftsführer, nämlich persönlichen Lebensstil, Veranlagung, Stress oder Schlafmangel. Und jetzt ausdrücklich:

Zucker gehöre nicht dazu.

Daher warnt Tissen vor diesen populistischen Aussagen einer Renate Künast. Klare Worte. Von der Zuckervereinigung.

Schlag ich auf die WELT, Untertitel Wissenschaft, 25.10.2015, Seite 6 und lese dort

Süßes Gift

„Zuviel Zucker macht nicht nur dick, sondern schädigt das Herz und lässt das Gehirn schrumpfen.“

Wie kommen die auf diese populistische Aussage? Ja mei, die zitieren halt Universitätsstudien. Und zwar Messungen an Menschen sowie exakte Tierstudien an Ratten.

  • Ratten, mit Zucker vollgefressen, zeigten „massive Entzündungen im Hippocampus“, also dem Gedächtniszentrum.
  • Ratten mit Zuckerwasser im Futter zeigten Ausfälle ihres räumlichen Gedächtnisses innerhalb von nur einer einzigen Woche.
  • Senioren in der Berliner Charité mit hohem Blutzucker hatten einen kleineren und schlechter strukturierten Hippocampus als die Probanden mit niedrigem Blutzucker.
  • In einer englischen Studie waren Kinder nach einem süßen Frühstück zwar wach und selbstbewusst, doch ihre tatsächlichen Lernleistungen ließen deutlich nach.

Heißt also: Die Erinnerungszentrale im Gehirn von Menschen wie Ratten wird von zu viel Zucker lahmgelegt. Und zu viel Zucker essen wir: Täglich etwa oder über 100 Gramm. Die WHO gestattet uns 25 Gramm. Hören wir gar nicht.

Ganz neu: Forscher der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigten, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe des Zuckerkonsums und tödlichen Herzkrankheiten besteht. Zucker beschädigt das Herz auch auf direktem Wege. Menschen, deren Ernährung zu mehr als 25% aus Zucker besteht (auch KH´s sind Zucker) erleiden dreimal häufiger einen Herzinfarkt als diejenigen, die mit weniger als 10% Zucker auskommen.

Das war ein Teil der Fakten aus der WELT. Sollten Sie nicht lesen. Lassen Sie sich doch Ihr Marmeladenbrötchen nicht vermiesen. Hören Sie auf Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker: Zucker hat nichts mit den Zivilisationskrankheiten zu tun. Alles Gegenteilige seien „populistische Aussagen.“

Ein wahrer Fachmann.

Quelle: „Lebensmittelpraxis“ 25.09.2015, Seite 72

 
 
 

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