Zucker und Fett

15.08.2016
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Für den Mensch tödlich. In der Natur ein wundervolles Wechselspiel. Man muss nur einmal die Augen aufmachen und hingucken. Darf ich?

  • Nach den tropischen Regengüssen im Frühling ist der Wasserstand des Amazonas von 8 auf 18 Meter gestiegen. Regenwald wird überschwemmt. Mit der Flut wandern 200 Fischarten in die Überschwemmungsgebiete, um dort Früchte zu fressen. Die Bäume lassen hier ihre saftigen, reifen Früchte ins Wasser fallen. Die dienen den Fischen als Nahrungsquelle. So auch dem schwarzen Pacu. Eine Art Piranha. Der Pacu frisst so viel Früchte wie er kann. Wandelt – kennen Sie das? – die süßen Früchte in Fett um, das er als Öl in Leber und Gewebe speichert.
    Wenn die Überschwemmung abklingt, kehrt der Pacu in Gebiete mit niedrigerem Wasserstand zurück, wo die Nahrung knapp ist. Er bekommt jetzt 6 Monate lang nichts zu fressen. Und überlebt mit Hilfe seiner Fettreserven. Das wiederholt sich Jahr für Jahr.
  • Der Fructose-König ist der Kolibri, der sich in erster Linie von Nektar ernährt. Er nimmt so viel Zucker zu sich, dass seine Körperfettmasse auf 40% seines Gewichtes ansteigt und er die fetteste Leber aller Vögel hat.
    Wenn er sich Fett angefressen hat, kann er die 300 km über den Golf von Mexiko ohne Unterbrechung zurücklegen.
  • Wie übersteht der Bär den Winterschlaf? Mit möglichst großen Fettreserven. Woher? Der Kragenbär frisst im Herbst riesige Mengen von Früchte auf einmal. Der amerikanische Schwarzbär verlässt sich im Herbst auf Früchte als Hauptnahrungsquelle, die 38 bis 91% seiner Nahrung ausmachen können (je nach Verfügbarkeit).
    Der Lippenbär in Indien mag Honig und Früchte. Die sind in der Trockenzeit seine Hauptnahrung. Erst mit dem Fruchtzucker gelingt das Anlegen der nötigen Fettreserven bei diesem doch eindeutigen Fleischfressern.

Fructose isses. Fructose ist der „Fettschalter“ in der Natur. Nicht das Fett, wie deutsche Ernährungswissenschaftler heute noch glauben.

Und wie geht die Natur damit um? Mit Hilfe von Fructose wird Fett erzeugt. Fettreserven angelegt. Die helfen den Tieren, monatelang zu überleben ohne jegliche Nahrung. Allein aus den Fettreserven. So war das gedacht.

Noch einmal: So war das gedacht, lieber Mensch. Wenn du Zucker, am schlimmsten Fruchtzucker zu dir nimmst, wirst du fett. Einverstanden. Damit du jetzt wochen-, monatelang ohne Nahrung auskommst. Ach…. so?

Wenn das Fettpolster aber bestehen bleibt und weiter Fructose (wussten Sie nicht, dass Cola…?) eingeworfen wird, dann haben wir sie. Die berühmte Epidemie. Weltweit zunehmend. Am schlimmsten derzeit in Mexico. Aber natürlich in den TV-Nachrichten, die sich mit den USA beschäftigen, jeden Tag so grauslig sichtbar: Sind das wirklich Menschen, die wir hier im TV sehen? Ich erkenne da hilflose Tonnen.

Denen man nichts erklärt. Die man im Regen stehen lässt.

 
 
 

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