Zum Glück gibt es Bandler

27.10.2014
Drucken
 

Eines der deprimierendsten Gespräche zwischen Experten, das ich in diesem Jahr lesen durfte, fand statt zwischen G. Roth, wohl dem führenden deutschen Neurobiologen (Uni Bremen) und dem Psychoanalytiker Kernberg, 85, New York. Thema: der psychisch auffällige Mensch. Alltag in jeder Arztpraxis. Unabhängig vom Fachgebiet (glauben Sie mir...).

Tenor: Hilft alles nix. Alles schlimm, grauslig, schwierig und vergeblich. Ein paar Zitate?

  • Psychisch auffällige Menschen leiden oft am grundsätzlichen Persönlichkeitsstörungen – da helfen keine Techniken, die an der Oberfläche ansetzen. Sie brauchen eine Theorie der gesamten Person. Die entsprechenden neuronalen Netzwerke müssen sich von Grund auf neu organisieren

  • Ist das möglich?

  • Wenn, dann nur als Ergebnis eines langwierigen, mühseligen Prozesses. Nach einer mehrjährigen Psychotherapie...mindestens 2,3 Jahre, in schweren Fällen könne es auch 10 sein

  • Menschen ändern sich nicht aufgrund von Einsicht. Der Analytiker soll das Unbewusste ans Licht holen. Als Neurobiologe muss ich sagen: das ist unmöglich!

Au, weia. Mir wurde jäh klar, dass ich verloren bin. Den neuronalen Netzen, die meine Mama in mir geprägt hat (die war im 5. Lebensjahr immer so streng), bin ich bis zum Tode ausgeliefert. Kann man nix machen.

Wie froh bin ich, dass es Bandler gibt. Ein Mathematiker. Der einfach mal darüber nachgedacht hat, wie das menschliche Gehirn so funktioniert. Angeblich ja wie ein Computer. Dann müsste man es ja wohl auch neu programmieren können. Bei dem lese ich so ganz andere Sätze und Gedanken. Beispiele?

  • Phobiebehandlung. Er meint hier Spinnenphobie, Höhenangst, Flugangst usw. Und beweist, dass die Phobiebehandlung bei allen Menschen und überall funktioniert. Sie ist universell und gibt uns Aufschluss darüber, wie unsere Neurologie funktioniert. "Ihr könnt eine Phobie in 5 Minuten wegbekommen, aber nicht in 6 Jahren". Wohltuend.

  • Da gäbe es Menschen, die möchten hypnotisiert werden, um "mein Geburtstrauma wieder zu erleben". Weshalb? "Wenn ich es wieder erleben könnte, würde das den Schmerz auflösen" (mit deutschem Akzent!).

    Grober Unfug. Was das erste mal Schmerz bereitet, wird es das zweite mal ebenfalls tun. Weiter Zitat: Ihr könnte jeden Rattenpsychologen fragen. Der wird euch das bestätigen. Es ist das gleiche, als wärt Ihr die Treppe heruntergefallen, hättet euch dabei das Bein gebrochen und jemand schleppte euch wieder herauf und stieße euch noch einmal herunter, damit das Bein heilt.

    Erkennen Sie es wieder? Diese Form der Psychotherapie? Bandler führt uns in eine ganz andere Gedankenwelt:

  • Sobald Ihr in Eure Wohnung kommt, solltet Ihr schon allein aufgrund der Tatsache, dass sie existiert begeistert sein.

    Denkt nur mal dran, wie wunderbar es ist, dass Ihr in einen Raum gehen könnt, einen Schalter anknipst, und das Licht angeht. Das ist ein Wunder! Oder Ihr könnt einen Telefonhörer nehmen und Leute überall auf der Welt anrufen. Die gesamte Welt ist verdrahtet, so dass Ihr mit Leuten reden könnt, wann immer Ihr wollt. Das ist eine wunderbare Sache.

    Ihr müsst lernen, den Zauber in diesen Dingen zu erkennen, statt Euch darüber aufzuregen, weil am anderen Ende besetzt ist.

    Viele Menschen gehen durchs Leben und suchen nach schlechten Gefühlen, anstatt herauszufinden, wie sie sich gut fühlen könnten.

Der letzte Satz. Das isser. Das sind wir. Wir Deutschen. Ich. Noch genauer: die letzten 6 Worte sind es. Hier steht nicht: anstatt sich gut zu fühlen. Also Einbildung. Sondern hier wird eine Aufgabe genannt. Sich eigenverantwortlich zu bemühen, herauszufinden: "wie man sich gut fühlen kann". Das ist eine Technik.

Bandler. Unvergleichlich. Nix Roth. Nix Kernberg.

Quelle: R. Bandler "Unbändige Motivation"

 
 
 

News Schlagwörter