Raucher

15.03.2012
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Obst und Gemüse schützen vor Krebs und Herzinfarkt. Vielfach bewiesen und weltweit akzeptiert. Halt stopp. Nur dann, wenn man genügend davon isst. Wer tut das? Nun ja, gerade mal 2% der deutschen Bevölkerung. Sagt uns die DGE. Und da hat sie sicherlich recht.

Einer der wirksamsten Stoffe scheinen die Carotinoide zu sein. Aus diesem Grund hat man in den 1980igern Betacarotin intensiv in seiner Eigenschaft als Krebsschutz studiert. Führend war hier das National Cancer Institut, USA. In allen Ernährungsstudien konnte die segensreiche Wirkung von Betacarotin bewiesen werden.

Und dann folgt 1994 und 1996 die zwei Studien mit Rauchern. Betacarotin - isoliert gegeben - beim Raucher. In der ersten Studie fand sich vermehrt Lungenkrebs durch Betacarotin, in der zweiten Studie eine Tendenz dazu.

Auf diesen zwei Studien beruhten damals und heute in erster Linie (siehe SPIEGEL: "Die Vitaminlüge") die Warnung vor Vitaminpillen.

Wissenschaftler lächeln. Die wussten längst um die Wirkungsweise von Betacarotin, genau wie Vitamin E. Beide fettlöslich. Beide sind segensreiche Substanzen, die aber im Körper "aufgebraucht werden". Und sich dabei umwandeln zu schädlichen freien Radikalen. Dieser Prozess wird sofort gestoppt und wieder gut gemacht durch Antioxidantien wie Vitamin C. Genau das passiert in jedem Lebewesen auf dieser Welt - mit Ausnahme des Menschen.

Halt stopp: Mit Ausnahme des Rauchers. Der Raucher ist etwas Einzigartiges: Ein Vitamin C-freies Lebewesen. Gibt es sonst nicht. Der kann das Betacarotin, das Vitamin E eben nicht wieder "auffrischen". Beim Raucher werden diese Substanzen, einzeln gegeben, im Verlaufe von Stunden tatsächlich schädlich.

Bewiesen wurde diese Beobachtung eindeutig 2003. Veröffentlicht in Mutat.Res.2003 Jun;543(3):195:

... wird in einem medium-term cancer transformation bioassay, also im Labor und damit zweifelsfrei nachgewiesen, dass Betacarotin schädlich wirkt, wenn es

given alone to smokers

also als Einzelsubstanz dem Raucher gegeben wird. Wie gesagt: Bewiesen endgültig 2003.

Und der SPIEGEL in seiner Vitaminlüge überrascht die deutsche Bevölkerung 2012 mit seinem Nichtwissen. Überzeugende journalistische Arbeit.