Ich habe mal wieder eine interessante Studie zur ketogenen Ernährung im Hinblick auf die Behandlung der Autoimmunerkrankung Psoriasis-Arthritis (PsA) gefunden, zumal die ketogene Ernährung mit der sagenumwobenen mediterranen Ernährung (die bestenfalls einem Patienten mit hohem Übergewicht angeraten wird) verglichen wurde.
Die Studie vom Team um Evangelia Papadavid wurde mit 26 Teilnehmern durchgeführt, die ein hohes Übergewicht (Obesity) hatten und eben mit Psoriasis-Arthritis diagnostiziert wurden. Diese 26 Teilnehmer hat man zufällig auf zwei Gruppen verteilt: Eine Gruppe hat sich für acht Wochen mediterran, die andere ketogen ernährt. Schauen wir uns zunächst das Ergebnis bezüglich der biochemischen Parameter an:
Nach acht Wochen haben die Teilnehmer mit der ketogenen Ernährung mehr Gewicht verloren und vor allem auch viel mehr viszerales Fett abgebaut im Vergleich zur mediterranen Ernährung. Die Leberwerte haben sich bei beiden Formen der Ernährung verbessert. Wenn wir nun weiter auf einige Blutwerte hinsichtlich der Stoffwechselerkrankung schauen:
Dann sehen wir, dass sich die Fettleber (viszerales Fett) in der ketogenen Gruppe deutlich stärker reduziert hat (Gamma-GT fiel um 32,84 Prozent). Auch die mir so wichtigen Triglyceride sind in der Gruppe mit der ketogenen Ernährung mehr als doppelt so stark gefallen, nämlich um 29,47 Prozent. Leider wurde Insulin nicht gemessen, doch wir wissen, dass der Quotient Triglyceride geteilt durch HDL sehr stark mit der Insulinsensitivität korreliert. Also rein was das Thema „Abnehmen“ angeht ein klarer Vorteil mit der ketogenen Ernährung. Doch schauen wir auch auf die Erkrankungsparameter:
PASI und DAPSA geben die Aktivität der Erkrankung an. Auch hier sehen wir einen stärken Rückgang mit der ketogenen Ernährung im Vergleich zur mediterranen. Noch deutlicher wird das, wenn wir die Werte für die Entzündungswerte IL-6 und IL-17 betrachten, die ebenfalls wesentlich stärker mit der ketogenen Ernährung fallen im Vergleich zur mediterranen.
Das verwundert nicht, wenn man sich wieder bewusst macht, wie mächtig Ketonkörper sind. In meinem Buch „Low Carb, Long Life“ habe ich diese verschiedenen „Wunder“ aufgeführt.
Was nehmen wir mit?
Die mediterrane Ernährung verbessert bereits die Lebensqualität dieser Patienten, doch die ketogene Ernährung ist in allen Belangen überlegen. Die Menschen verlieren mehr an Gewicht, vor allem viszerales Fett. Die Blutparameter der Stoffwechselerkrankung verbessern sich deutlich besser, die Entzündungswerte fallen stärker und somit bessert sich auch die Aktivität der Erkrankung stärker, so dass die Forscher auch nur für die ketogene Ernährung eine Signifikanz beim Rückgang finden. Für mich ist jedoch ein Ergebnis am wichtigsten, dass man den Betroffen sagen kann: Es gibt Hoffnung! Man kann allein mit dem Essen eine starke Verbesserung der Erkrankung herbeiführen und als Nebeneffekt eine Menge an Gewicht verlieren und das nach nur acht Wochen.
Quelle:
The Effect of a Ketogenic Diet versus Mediterranean Diet on Clinical and Biochemical Markers of Inflammation in Patients with Obesity and Psoriatic Arthritis: A Randomized Crossover Trial, Evangelia Papadavid et al., 2024, DOI: 10.3390/ijms25052475