Es gibt medizinische Tests, die viel Hightech brauchen: MRT, EKG, PCR und viele andere abenteuerliche Kürzel.

Und dann gibt es Tests, die mit minimaler Technik schon viel aussagen: Gehgeschwindigkeit, Pulsmessung, Handkraftmessung, Atemfrequenz und der Flamingo-Test. Upps, noch nie gehört?

Wissenschaftlich heißt das Ganze natürlich etwas nüchterner: Einbeinstand-Test. Die zentrale Frage lautet: Wie stabil können Sie stehen, wenn niemand Sie festhält? Klingt einfach, doch die Balance über mehrere Sekunden zu halten, ist deutlich schwerer als viele denken.

Der Flamingo-Test überprüft also ihre statische Balance. Damit Sie auf einem Bein stehen können ohne umzukippen, braucht es ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Gleichgewichtsorgan, Sehsinn, Propriozeption, Rumpf- und Beinmuskulatur sowie einer funktionierenden neurologischer Steuerung.

Aber was hat das mit dem Alter zu tun?
Forschende konnten zeigen: Die Haltezeit im Einbeinstand nimmt mit zunehmendem Lebensalter signifikant ab. Gleichzeitig steigt bei Menschen, die nur kurz stehen können, das Sturzrisiko deutlich.

So wird der Flamingo-Test korrekt durchgeführt:
Wählen Sie ihren bevorzugten Fuß, er bildet das Standbein.
Der Oberkörper ist aufrecht, das Standbein leicht gebeugt, das andere Bein angewinkelt. Greifen Sie, sofern möglich, den Fuß des angewinkelten Beins mit einer Hand oder stützen Sie die Hände locker in die Hüften, ohne sich anderweitig festzuhalten. Nun starten Sie die Stoppuhr. Sobald der Fuß losgelassen wird oder das Gleichgewicht verloren geht, wird die Zeit gestoppt.

Mit höherem Alter nehmen die Balancezeiten typischerweise ab, ältere Erwachsene stehen im Durchschnitt deutlich kürzer als jüngere.

Welche Standzeiten sollten erreicht werden?

18 - 39 Jahre: ≥ 43 Sekunden
40 - 49 Jahre: ≥ 40 Sekunden
50 – 59 Jahre ≥ 37 Sekunden
60 – 69 Jahre ≥ 30 Sekunden
70 – 79 Jahre ≥ 18 Sekunden

Mit über 80 Jahren: schaffen die meisten Menschen nur noch etwas über 5 Sekunden

Warum ist dieser Test so aussagekräftig?
Weil mehrere Systeme gleichzeitig gefordert sind. Schwächen werden sofort sichtbar, ganz ohne aufwendige Technik.

Die gute Nachricht: Der Flamingo-Test ist ein hocheffektives Training. Er stärkt Rumpf, Beinmuskulatur und neuronale Ansteuerung. Die Balance lässt sich durch regelmäßiges Üben verbessern. Täglich, unkompliziert und ohne Geräte.

Wer den Schwierigkeitsgrad steigern möchte, hat mehrere Möglichkeiten: den Test mit geschlossenen Augen durchführen (richtig schwer!), das nicht dominante Bein wählen oder einen instabilen Untergrund nutzen.

Probieren Sie`s einfach mal aus. Aber Achtung: Bitte seien Sie vorsichtig und machen die Übung am besten zu Zweit, so dass Sie jemand festhalten kann, wenn Sie das Gleichgewicht verlieren. Die Autorin übernimmt keine Haftung für etwaige Knochenbrüche!



Quellen:
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0310764
https://geriatrictoolkit.missouri.edu/balance/Normative_Values_for_the_Unipedal_Stance_Test_Springer-JGPT.pdf


Illustration: OpenAI


Über die Autorin:


"Die Biologin Ursula Bien, Jahrgang 1963, ging nach ihrer Zeit am Institut für Biotechnologie des Forschungszentrums Jülich in die Pharmaindustrie und war zuletzt 15 Jahre lang Geschäftsführerin eines kleinen forschenden Pharmaunternehmens. Ihr Arbeitsschwerpunkt lag dabei immer im Bereich der Hämatologie und Onkologie (Blutkrebs, Stammzelltransplantation, Tumore). Motiviert durch Fragen krebskranker Patienten, begann sie sich mit alternativen und komplementären Therapieverfahren zu beschäftigen. Sie absolvierte eine Zusatzausbildung als Heilpraktikerin und bildete sich über viele Jahre intensiv zu den Themen orthomolekulare Medizin und Ernährungsmedizin weiter. Nicht zuletzt durch den wissenschaftlichen Austausch mit Dr. med. Ulrich Strunz fand sie zum Thema Epigenetik und Bluttuning. Mittlerweile gibt sie die „Strunzsche Philosophie“ in eigener Praxis voller Überzeugung auch an ihre Patienten weiter.
Das sagt sie selbst zu ihrer Tätigkeit:

„So sinnvoll die Schulmedizin in vielen Bereichen auch ist, darf es bei chronischen Erkrankungen nicht das Ziel sein, Symptome zu unterdrücken. Es gilt, die Ursachen einer Erkrankung zu finden und abzustellen. Was durch Ernährungsumstellung, gezielte Zufuhr fehlender Mikronährstoffe und Bewegung erreicht werden kann, ist immer wieder verblüffend. Ich bin Dr. Strunz für das, was ich von ihm lernen durfte unendlich dankbar und freue mich für jeden Menschen, der am eigenen Leibe erfahren darf, dass manche Krankheiten nicht nur Schicksal sind.“


Das Bild zeigt ein Porträt der News-Autorin Dipl. Biol. Ursula Bien.